18.11.2019

DKG kritisiert Untergrenzen in Stroke Units

Berlin – Die Verordnung zu den künftigen Pflegepersonaluntergrenzen (PpUG) ist jetzt im Bundesgesetzblatt veröffentlicht worden. Nachdem sich der GKV-Spitzenverband und die Deutsche Krankenhausgesellschaft nicht einigen konnten, legte das BMG die PpUG fest.

DKG kritisiert Untergrenzen in Stroke UnitsSo sehen die neuen PpUG aus: In der Herzchirurgie kommen auf eine Pflegekraft sieben Patienten, in der Nachtschicht 15. In der Neurologie sind es zehn Patienten pro Mitarbeiter am Tag und in der Nacht 20. Eine Pflegekraft kümmert sich in den Stroke Units um drei Patienten in der Tagschicht, in der Nachtschicht um fünf. Für die neurologische Frührehabilitation ist das Verhältnis 1:5 am Tag und 1:12 in der Nacht. Auch bereits existierende PpUG ändern sich: Ab 2021 kommen in der Intensivmedizin tagsüber auf eine Pflegekraft zwei, nachts drei Patienten. Derzeit sind es 2,5 und 3,5. Diese Grenzen gelten auch noch für 2020. Für das kommende Jahr legt das BMG in der Kardiologie ein Verhältnis von 1:10 tagsüber bzw. 1:20 nachts fest. Sowohl in der Geriatrie wie auch in der Unfallchirurgie gilt im kommenden Jahr das Verhältnis 1:10 (tagsüber) und 1:20 (nachts).
Bis zu einer gewissen Prozentzahl dürfen auch Pflegehilfskräfte eingesetzt werden, um die PpUG einzuhalten. Dazu können laut Bundesgesetzblatt künftig auch medizinische Fachangestellte, Anästhesietechnische Assistenten und Notfallsanitäter zählen. Das kommt bei der DKG gut an, ebenso wie der Passus, dass die Nichteinhaltung der neuen PpUG im ersten Quartal 2020 noch keine Sanktionen nach sich zieht.
Die DKG hätte sich allerdings gewünscht, dass die Stroke Units und die neurologische Frührehabilitation nicht von der Untergrenzenregelung betroffen wären. Diese eigne sich nicht für die genannten Abteilungen, „weil die Patientenbetreuung durch eine Vielzahl von Berufsgruppen erfolgt“, sagt DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum.
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