21.02.2020

Basisfinanzierung soll DRG-System ergänzen

Berlin/Kiel – Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg (FDP) fordert eine Modifikation des DRG-Systems. Es soll durch ein Modell der Basisfinanzierung ergänzt werden. Seine Pläne für eine Reform der Krankenhausfinanzierung hat er in der Landesvertretung Schleswig-Holstein in Berlin vorgestellt. Die Ideen finden sich außerdem in einem Diskussionspapier.

„Durch eine erlösunabhängige Vergütungskomponente (Basisfinanzierung) muss die Finanzierung der akutstationären Versorgung der Bevölkerung auf dem Land und in den Städten mit ihren spezifischen Vorhaltekosten (inklusive Personalkosten) sichergestellt werden“, schreibt das Landesministerium im Diskussionspapier. Dieses Modell ergänze das DRG-System. Weiter heißt es: „Die bisherige Form der Sicherstellungszuschläge hat sich für die Deckung spezifischer Vorhaltekosten als ungeeignet erwiesen.“ Weitere Vorschläge: Spezialisierungs- und Konzentrationsprozesse müssten in ihrer Vergütung gestärkt werden und mit verbindlichen Vorgaben für die Mindestausstattung sowie Mindestfallzahlen versehen werden. Nicht allein die Größe eines Krankenhauses zähle; auch seine Bedeutung für die Versorgung der Bevölkerung müsse berücksichtigt werden. Außerdem setzt sich Garg für eine Länderöffnungsklausel im Bundesrecht ein, „die es ermöglicht, regionalspezifische und sektorenübergreifende Versorgungsstrukturen zu berücksichtigen und neue Versorgungsmodelle zu erproben“.
Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) begrüßt die Vorschläge .„Es muss zügig mit der Weiterentwicklung bzw. Neuentwicklung eines Finanzierungssystems begonnen werden, das dann auch sektorenübergreifende Aspekte zwingend einbeziehen muss“, fordert VKD-Präsident Dr. Josef Düllings. Vorbehalte gegen Gargs Pläne äußert die AOK Nordwest. Sie befürchtet eine „Wiedereinführung des Kostendeckungsprinzips durch die Hintertür“. „Für die Krankenhausversorgung steht grundsätzlich genügend Geld zur Verfügung, aber es muss effizienter eingesetzt werden“, sagt AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann.
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