24.04.2013

AK-Stents: G-BA engt Anwendung für gesetzlich Versicherte ein

Berlin – Krankenhäuser dürfen gesetzlich Versicherten in bestimmten Fällen künftig keine antikörperbeschichteten Stents (AK-Stents) mehr zur Behandlung von Herzkranzgefäßverengungen (Stenosen) einsetzen. Einen entsprechenden Beschluss hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) gefasst.

Der Leistungsausschluss gilt für Patienten, die ein hohes Risiko einer erneuten Gefäßverengung (Restenose) haben und für die die Anwendung eines medikamentenbeschichteten Stents (drug eluting stent/DES) in Betracht kommt. „Dieser auch von der Patientenvertretung und allen Trägern des G-BA befürwortete Leistungsausschluss dient vor allem dem Patientenschutz“, sagt Dr. Harald Deisler, unparteiisches Mitglied im G-BA und Vorsitzender des zuständigen Unterausschusses Methodenbewertung. AK-Stents hätten bei dieser Patientengruppe ein deutlich höheres und schwerwiegenderes Schadenspotenzial im Vergleich zum Einsatz von medikamentenbeschichteten Stents gezeigt. Stents sind künstliche Gefäßstützen, die unter anderem in Blutgefäße und besonders in Herzkranzgefäße implantiert werden, um nach deren operativer Aufdehnung einen erneuten Verschluss zu verhindern. Medikamentenfreisetzende und antikörperbeschichtete Stents sind Weiterentwicklungen dieser medizinischen Implantate. Letztere wurden als mögliche Therapiealternative in der Erwartung entwickelt, dass diese zügig einheilen und dadurch auch das Restenoserisiko reduziert wird. Eine Studie, die eine Nutzenbewertung der verschiedenen Methoden ermöglichen sollte, wurde wegen gravierender Sicherheitsbedenken abgebrochen.
Der Beschluss zu AK-Stents in der Krankenhausbehandlung wird dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zunächst zur Prüfung vorgelegt und tritt nach erfolgter Nichtbeanstandung und Bekanntmachung im Bundesanzeiger in Kraft.
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