28.07.2009

Ärzte wollen Einstieg in qualitätsorientierte Vergütung

Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) will die Vergütung für Ärzte auf Qualität ausrichten. KBV-Chef Dr. Andreas Köhler fordert deshalb eine „Reform der Honorarreform“.



„Wir wollen keine Pauschalen mehr in der Ärztevergütung“, sagte Köhler gegenüber der „Financial Times Deutschland“. Die Pauschalvergütungen führten dazu, dass die Ärzte ihre Leistungen für die Patienten einschränkten. „Wenn es bei der Vergütung nicht darauf ankommt, wie lange der Arzt mit seinem Patienten spricht oder ob er noch zusätzliche Untersuchungen vornimmt, dann strebt der Arzt natürlich danach, innerhalb der Pauschale möglichst wenig Aufwand zu treiben“, so Köhler. Damit grenzte er sich deutlich von der Position der Hausärzte ab. Der KBV-Vorstand forderte stattdessen den Einstieg in eine qualitätsorientierte Vergütung mit einem Bonussystem und nannte als Beispiel für eine Zusatzvergütung die durch Ernährungstherapie und Medikation gut eingestellten Hochdruckpatienten. Wenn 70 Prozent dieser Patientenklientel entsprechend gut behandelt würden, werde es eine bessere Vergütung geben. Dazu müsse jedoch ein Katalog mit Erkrankungen und Zielvorgaben gesetzlich verankert werden. Die Reaktion des GKV-Spitzenverband als Verhandlungspartner im Bewertungsausschuss für die ärztlichen Leistungen ließ nicht lange auf sich warten: „Wer für Gutes besser bezahlt werden möchte, muss dann auch akzeptieren, dass Schlechtes schlechter bezahlt wird.“ Die Kriterien dafür müssten gemeinsam entwickelt werden, meinte die Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Dr. Doris Pfeiffer.
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