16.01.2020

Wundbehandlung: BVMed warnt vor Versorgungslücke

Berlin – Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) plädiert für eine dreijährige Übergangszeit, bevor die neuen Erstattungsregeln für sogenannte sonstige Produkte zur Wundbehandlung angewendet werden. Der Bundesrat hat in seiner Stellungnahme zum Fairer-Kassenwettbewerb-Gesetz (GKV-FKG) zwei Jahre vorgeschlagen. Die Bundesregierung will aber an der Zwölf-Monatsfrist festhalten.

Wundbehandlung: BVMed warnt vor VersorgungslückeSowohl zwölf als auch 24 Monate „sind zu knapp bemessen, um den Nachweis der medizinischen Notwendigkeit der innovativen Wundversorgungsprodukte beispielsweise mit klinischen Studien zu erbringen", meint BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Die bisherige Gesetzesregelung sieht eine Übergangsfrist für die Erstattung von bestimmten Verbandmitteln von zwölf Monaten nach Geltung einer Abgrenzungsrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vor. Danach sollen innovative Produkte, die aus der Versorgung fallen würden, erst nach klinischen Studien neu zugelassen werden, erläutert der BVMed.
„Entsprechende Studiennachweise zu erbringen, braucht Zeit für die Rekrutierung der Studienteilnehmer, da für die unterschiedlichen, teils sehr speziellen Versorgungsfälle akuter und chronischer Wunden nicht sofort ausreichend geeignete Patienten zur Verfügung stehen, um aussagekräftige Studien durchführen zu können", heißt es in der BVMed-Stellungnahme zum GKV-FKG. Hinzu komme, dass im Bereich der Wundversorgung komplexere Studiendesigns als beispielsweise bei Arzneimitteln entwickelt werden müssten, damit diese aussagefähig seien.
Betroffen könnten mehrere hundert Produkte sein, befürchtet der Verband, der vor einer „gravierenden Versorgungslücke" warnt.
Die neue Verbandmittel-Definition wurde im Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung implementiert.
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