11.07.2018

Weißbuch zur Hörrehabilitation durch Innenohrprothese veröffentlicht

Bonn – Die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC) veröffentlicht das Weißbuch „Cochlea-Implantat(CI)-Versorgung in Deutschland“, und ein nationales Cochlea-Implantat-Register. Damit werden Behandlungs- und Qualitätsstandards gesetzt. Jährlich erhalten 4.000 hochgradig schwerhörige, ertaubte Menschen und gehörlos geborene Kinder ihr Hörvermögen mithilfe einer elektronischen Innenohrprothese zurück.

Weißbuch zur Hörrehabilitation durch Innenohrprothese veröffentlichtSeit mehreren Jahrzehnten gelingt es, hochgradig schwerhörigen Menschen und Ertaubten mithilfe von Cochlea-Implantaten (CI) das Hören zu ermöglichen. Das CI ist eine elektronische Innenohrprothese, die Schall in elektrische Impulse umwandelt, durch die der Hörnerv in der Hörschnecke stimuliert wird. So können Sprache und Töne (wieder) wahrgenommen werden. „Durch diese bahnbrechende Methode gelingt in der Regel nicht nur die (Wieder‑)Herstellung des Hörvermögens, sondern auch die Rehabilitation in die hörende Welt, denn Hörbeeinträchtigungen bedeuten immer auch soziale Isolation“, erklärt Prof. Stefan Dazert, Präsident der DGHNO-KHC.
Der Erfolg der Versorgung mit einem CI beruhe neben der operativen Implantation der elektronischen Innenohrprothese auch auf einer Hör-Sprach-Therapie, der audiologisch-technischen Betreuung sowie einer lebenslangen medizinischen Nachsorge. Dabei arbeiteten verschiedene hochspezialisierte Disziplinen zusammen, die von der Klink für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, die den Patienten versorgt, koordiniert werde, so Dazert. „Hierfür brauchen wir einheitliche Standards, um etwaigen Risiken entgegenzuwirken. Wenn betroffene Kinder beispielsweise keine umfassende Hör-Sprach-Therapie erhalten, kann ihre Sprachentwicklung gefährdet sein.“ Das Weißbuch stelle damit die Grundlage einer zukünftig geplanten Zertifizierung des Behandlungsprozesses unter Leitung der HNO-Fachgesellschaft dar.
Parallel dazu hat die DGHNO-KHC auch die inhaltliche Struktur eines nationalen wissenschaftlichen Cochlea-Implantat-Registers entwickelt. „Ziel des Registers ist die anonyme Erhebung von qualitätsrelevanten Informationen, um erstmals eine deutschlandweite, umfassende Datenlage zur Versorgungsstruktur und -qualität zu schaffen“, erläutert Dazert.
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