19.02.2018

Versorgung chronischer Wunden ist mangelhaft

Berlin – Die Versorgung chronischer Wunden in der stationären und häuslichen Pflege ist oft unzureichend und entspricht nicht dem aktuellen Expertenstandard. Das schließt der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) aus dem aktuellen Pflegebericht des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS).

Versorgung chronischer Wunden ist mangelhaftDemnach wurden im Jahr 2016 bei rund einem Viertel der Patienten mit chronischen Wunden in der stationären Pflege die erforderlichen Maßnahmen nicht nach dem aktuellen Stand des Wissens ausgeführt.

Die Mängel betreffen laut MDS-Bericht etwa die Druckentlastung bei Patienten mit Dekubitus oder hygienische Standards. Der Wert hat sich nach Angaben des MDS im Vergleich zum vorherigen Bericht verschlechtert. Bei den zu Hause Gepflegten erfolgte bei rund 13 Prozent nicht die nötige Druckentlastung, Kompression oder phasengerechte, hydroaktive Wundabdeckung einer chronischen Wunde. „Diese Zahlen sind deshalb alarmierend, weil die wissenschaftlichen Erkenntnisse der vergangenen Jahre eindeutig belegen, dass eine an Standards orientierte Versorgung den Patienten spürbar hilft und erheblich zur Heilung beiträgt", sagt Daniela Piossek, Leiterin des Referats Ambulanter Gesundheitsmarkt beim BVMed. So hätten phasengerechte, hydroaktive Wundauflagen für chronische Wunden ihren Nutzen in Studien unter Beweis gestellt.
Der BVMed weist auf ein weiteres Problem hin: Von der stationären und häuslichen Pflege seien oft auch Menschen betroffen, die sich nicht mehr gut selbst bewegen können und die ihre Bedürfnisse nur eingeschränkt äußern könnten. „Hier ist eine besondere Kontrolle der Qualitätsstandards erforderlich, um diese Patienten nicht schlechter als andere zu stellen“, so Piossek.

Der BVMed unterstützt deshalb die von der Initiative Chronische Wunden (ICW) geforderte bessere finanzielle Ausstattung des Pflegesektors sowie den in Kooperation mit dem Deutschen Wundrat einberufenen Expertenrat, der nötige Strukturen für das Wundmanagement definieren und Vertretern der Politik zur Entscheidung vorlegen soll.
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