24.10.2019

Vernetzte Medizintechnik verbessert Versorgung am Unfallort

Leipzig – Wenn der Rettungswagen zum Einsatz ausrückt, muss es schnell gehen. MOMENTUM, kurz für „Mobile Medizintechnik für die integrierte Notfallversorgung und Unfallmedizin“, will Handlungsabläufe am Unfallort und in der Klinik besser aufeinander abstimmen.

Vernetzte Medizintechnik verbessert Versorgung am Unfallort„Wir entwickeln zum einen eine Technologie, die alle Medizingeräte im Rettungswagen miteinander kommunizieren lässt. Zum anderen bringen wir die Patientendaten in kürzester Zeit in die Notaufnahme der Klinik, in die der Patient dann eingeliefert wird“, sagt Projektleiter Prof. Thomas Neumuth vom Innovationszentrum für computerassistierte Chirurgie (ICCAS) der Universität Leipzig. Ziel sei eine bessere und effizientere Patientenbehandlung. Einige diagnostische Verfahren sollen zum Einsatzort hin verschoben werden: So könnten die Rettungssanitäter oder der Notarzt einen Ultraschall durchführen und die Bilder ans Klinikum senden. Von dort erhalten sie telemedizinische Unterstützung bei der weiteren Behandlung. Gleichzeitig kann sich das Ärzteteam in der Notaufnahme auf das Ankommen des Patienten vorbereiten und ihn nahtlos weiter betreuen.
Untersucht werden soll im Projekt auch, wie gut sich 5G in einem abgeschlossenen System – dem Rettungswagen – eignet, um Medizingeräte miteinander zu vernetzen. Das ICCAS ist daran beteiligt, die IEEE11073-SDC Standardfamilie zur Medizingerätevernetzung zu entwickeln und zu verbreiten. Außerdem sind die Gegebenheiten vor Ort zu beachten, denn in der Stadt können die Daten via LTE schnell ans Krankenhaus übermittelt werden. Ganz anders sieht es mit der Mobilfunkabdeckung auf dem Land aus.

Weitere Partner des Forschungsprojektes sind: die Universitäten Bremen und Lübeck, die Universitätskliniken Leipzig und Schleswig-Holstein Lübeck, das Heinrich-Braun-Klinikum Zwickau sowie SurgiTaix, ERNW Research, Primedic, Weinmann Emergeny Medical Technology, Dräger, Karl Storz, Notarztdienste.de und die Johanniter-Unfall-Hilfe. Mit 6,2 Millionen Euro fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung das Vorhaben.
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