21.08.2019

Verbandmittel: BVMed befürchtet Versorgungslücke

Berlin – Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) übt weiter Kritik am Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV). Dem Verband geht es um die im Gesetz definierten Verbandmittel-Eigenschaften, zu denen aufgrund eines Änderungsantrags nun auch „metallbeschichtet“ zählt. Dafür sei aber eine begriffliche Klarstellung notwendig, sagt der BVMed.

Wundauflagen mit zusätzlicher Wirkung im Körper, beispielsweise durch antimikrobielle Zusatzstoffe, könnten nach einer zwölfmonatigen Übergangsfrist aus dem Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) herausfallen, befürchtet der BVMed. Um zugelassen zu werden, müssten diese zusätzlich pharmakologisch, immunologisch oder metabolisch wirkenden Verbände ihre Wirksamkeit erneut durch wissenschaftliche Studien beweisen. Zuständig für die Zulassung ist der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA). Die Verbandmittel hätten allerdings bereits ein aufwändiges Zulassungsverfahren durchlaufen, gibt BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll zu bedenken. „Hier weitere Wirkungsnachweise einzuführen, baut unnötig hohe Hürden auf, verbannt die Produkte vom Markt und schadet damit Patienten mit chronischen Wunden", meint er. Außerdem sei ein Jahr ein sehr knapper und kaum zu schaffender Zeitraum. Um die Generierung entsprechender Daten zur Wirkungsweise und Nutzen der Produkte zu ermöglichen, bedürfe es daher praktikabler, praxis- und patientenorientierter Lösungen durch den G-BA, findet der BVMed.
Noch an anderer Stelle birgt das GSAV Probleme: Bei der Neuregelung zur Importförderklausel hat sich ein redaktioneller Fehler eingeschlichen. Deswegen muss sich der Bundestag nach der Sommerpause noch einmal mit dem Gesetz beschäftigen.
Besuchen Sie uns auf Facebook Besuchen Sie uns auf Twitter