19.03.2018

„Valide Stammdaten sind das digitale Blut“

Düsseldorf – Gute Qualität der Stammdaten eines Unternehmens ist die Voraussetzung für optimierte und automatisierte Geschäftsprozesse. Das verdeutlichen die Experten der 20. eCommerce-Konferenz von MedInform, einem Informations- und Seminarservice des Bundesverbands Medizintechnologie (BVMed).

„Geschäftserfolge beruhen künftig auf sauber gepflegten Stammdaten“, sagt Dr. Meinrad Lugan, BVMed-Vorstandsvorsitzender. Die MedTech-Unternehmen müssten dabei aus ihren Daten selbst digitale Geschäftsmodelle entwickeln.
Der Umsetzungsdruck für ein besseres Datenmanagement komme dabei zunehmend auch durch Vorgaben des Gesetzgebers auf europäischer und nationaler Ebene. Beispiel sei die verbindliche Einführung elektronischer Rechnungen an öffentliche Auftraggeber. Hinzu kämen neue Pflichten aus den Bereichen Datenschutz und Datensicherheit.
Aus Lugans Sicht sind die digitalen Technologien „raumgreifend“ geworden. Dieser Entwicklung könne niemand entgehen, das betreffe auch die Medizinprodukte-Branche. Dienstleister wie Amazon könnten mit ihren Daten in eine individuelle Tiefe gehen, wie es andere Unternehmen derzeit noch nicht könnten. „Die MedTech-Branche muss aufpassen, dass sie nicht zum reinen Produktlieferanten ohne Datenhoheit wird“, sagt Lugan. Die MedTech-Industrie und der wichtige Kunde Krankenhaus hinkten technologisch Jahre hinter dem her, was möglich ist. Der digitale Gesundheitsmarkt wachse sehr viel stärker als der analoge Markt. Damit könnten digitale Dienstleistungen künftig wertvoller werden als die Produkte. Zudem steige die Akzeptanz von Medical Apps weiter an. Es existierten bereits 1,2 Millionen Health-Apps. „Wenn davon nur 500 Apps ein gutes Geschäftsmodell entwickeln, das zwischen den MedTech-Unternehmen und seinen Kunden steht, wird das schon dramatische Auswirkungen haben“, sagt Lugan. Sein Fazit: „Wir müssen bei der Digitalisierung aus unserem Schneckentempo herauskommen, sonst machen die neuen Spieler mit ihren Daten die neuen Regeln der Patientenversorgung. Die Unternehmen müssen aus ihren Daten selbst digitale Geschäftsmodelle entwickeln.“
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