16.10.2020

Vakuumversieglung jetzt Kassenleistung

Berlin – Die Vakuumversieglungs-Therapie (VVS) zur Behandlung von Wunden ist seit Oktober auch ambulant möglich und wird von den Krankenkassen übernommen. Die VSS darf aber nur vom Facharzt vorgenommen werden, heißt es im Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses. Das kritisiert der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed).

Denn Patienten müssten in die Praxis kommen oder einen Hausbesuch mit dem Facharzt vereinbaren. „Diese Regelung ist leider sehr alltagsfern, weil sie die Hilfe von qualifiziertem Personal in Praxen oder in der häuslichen Krankenpflege ausschließt. Dies sollte dringend geändert werden, um mehr Effektivität zu erreichen“, fordert der Verband die Behandlungsexklusivität für Ärzte aufzuheben. Ansonsten heißt die Organisation die Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung gut. „Damit können in Zukunft mehr Patientinnen und Patienten von dieser innovativen Methode profitieren“, sagt BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Bisher wurde die VVS hauptsächlich in Kliniken angewendet. Für ambulante Behandlungen seien die Kosten nur nach Einzelfallprüfung übernommen worden, teilt der BVMed mit.
Bei der auch Unterdruck-Wundtherapie oder Negative Pressure Wound Therapy bezeichneten Methode wird eine Wunde luftdicht abgeschlossen und mit einer Pumpe ein Unterdruck erzeugt. Über einen Schlauch werden Wundsekrete abgesaugt. „Die Vakuumversiegelungs-Therapie beschleunigt nach Operationen oder bei chronischen Wunden die Heilung. Außerdem sorgt sie für mehr Lebensqualität der Patientinnen und Patienten, weil sie Geruchsentwicklungen unterbindet und deutlich weniger Verbandwechsel nötig sind“, so der BVMed. In der noch anhaltenden Krisensituation der Coronapandemie könnten durch die ambulante Anwendung auch Krankenhausbetten freigehalten werden.
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