21.08.2019

Unfallchirurgen empfehlen Notfall-OP-Set

Berlin – Skalpelle, Pinzetten, Scheren, Knochenbohrer, Wundspreizer, Cutter, Knochenhebel, Drainagen und Nahtmaterial: 120 verschiedene Instrumente umfasst das OP-Notfall-Set, das die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) empfiehlt. Es soll bei Schuss- und Explosionsverletzungen, die etwa durch einen Terroranschlag oder einen Amoklauf ausgelöst werden können, zum Einsatz kommen.

Unfallchirurgen empfehlen Notfall-OP-SetDas Set ist speziell auf lebensrettende Notfalloperationen zur Versorgung von sogenannten Höhlenblutungen ausgerichtet, teilt die DGU mit. Stark blutende Wunden im Brust-, Bauch- und Beckenraum sollen so behandelt werden. Die Fachgesellschaft empfiehlt Kliniken, das Spezial-Set, auch OP-Sieb genannt, für kritische Lagen in ausreichender Menge bereitzuhalten. „Die richtige Materialbewirtschaftung ist ein wesentlicher Aspekt, um in Ausnahmesituationen die bestmögliche Versorgung der Patienten ermöglichen zu können", sagt Prof. Paul Alfred Grützner, DGU-Präsident und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie.
Bisher gebe es kein Set mit einer vergleichbaren Siebstruktur, sagt die DGU. Denn Vorfälle, die eine solche Sammlung erfordern, seien in Deutschland sehr selten – anders als in Krisengebieten. „Das Operationssieb ist auf die Maßnahmen fokussiert, die für die Sicherung des Überlebens der Patienten notwendig sind“, erläutert Oberstarzt Prof. Benedikt Friemert vom Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Leiter der DGU-Arbeitsgemeinschaft Einsatz-, Katastrophen- und Taktische Chirurgie. So könnten Unfallchirurgen und Chirurgen mit nur einem OP-Sieb die unterschiedlichsten Verletzungsmuster bei einem Mehrfachverletzten versorgen.
Die Empfehlungen der DGU für „Standardisierte Notfall-OP-Instrumentarien“ entstanden unter der Beteiligung der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie und der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie.
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