18.12.2017

Ultraschall revolutioniert die Anästhesie

Berlin – „Anfangs hatte die Anästhesie wenig Bezug zu Ultraschall, doch mittlerweile gleicht der Einsatz im Fachgebiet einer Revolution“, sagt Dr. Thomas Ermert, Oberarzt für Anästhesiologie an der Uniklinik Münster, auf der Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM). Dennoch sei eine solide Ausbildung für Ärzte unabdingbar.

In der Uniklinik Münster habe die Zertifizierung der Ultraschalldiagnostik durch die DEGUM dazu geführt, dass sich die Abteilungen stärker vernetzt hätten und die Ausbildung der Nachwuchsärzte strukturierter ablaufe, sagt Ermert, der selbst DEGUM-Kursleiter ist. Neben einer guten Ausbildung, hätten vor allem neue, mobile und leistungsstarke Ultraschallsysteme die flächendeckende Verwendung von Ultraschall in der Anästhesiologie ermöglicht. „Die Sonografie findet allmählich auch ihren Platz in der Notfallmedizin, der Anästhesisten in ihrem Arbeitsalltag regelmäßig begegnen“, sagt Ermert. Aus seiner Sicht steht in diesem Bereich eine „Umwälzung“ bevor. Er bemängelt aber, dass die Sonografie-Ausbildung im Medizinstudium zu kurz komme. Angehende Ärzte lernten oft erst während ihrer Facharztausbildung, mit dem Diagnosegerät umzugehen. Eine Kammer hat das Problem erkannt und bereits reagiert: „Die Ärztekammer Westfalen-Lippe hat als erste Ärztekammer die Ultraschallausbildung als Weiterbildungsinhalt in der Facharztausbildung für Anästhesiologie fest verankert“, berichtet Ermert und hofft, dass auch andere Kammern diesem Beispiel bald folgen.
Auf eine gute und zeitgemäße Ausbildung legt auch Dr. Tim Mäcken, stellvertretender Leiter der Anästhesiologie der DEGUM und ebenfalls Kursleiter, wert. „Wenn die Ausbildung nicht stimmt, nützt die beste Technik der Welt nichts.“ Die Sonografie in der Anästhesiologie sei in vielen Kliniken mittlerweile ein Gütekriterium für die klinische Behandlung und die Ausbildung geworden. Ultraschallgezielte Interventionen wie Gefäßpunktionen oder die Regionalanästhesie müssten für viele Anästhesisten eine selbstverständliche Technik sein, fordert Mäcken. Das Potenzial von Ultraschall sei immens, die Qualität der Untersuchungen hänge jedoch immer von der Erfahrung des Arztes ab. „Die Sonografie muss, wie jede andere Technik in der Anästhesiologie auch, systematisch erlernt werden“, sagt er.
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