16.04.2019

Trainingsgerät für die richtige Prothese

Magdeburg - Sportwissenschaftler der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg haben ein neues Diagnostik- und Trainingsgerät für Patienten mit Beinprothesen entwickelt. Damit soll die Muskulatur am Prothesenansatz gezielt trainiert und Probleme beim täglichen Gehen und Stehen reduziert werden, teilt die Universität mit. Außerdem bestimmten Diagnose- und Messverfahren die aktuelle Leistungsfähigkeit der Betroffenen.

Bei dem Diagnose- und Trainingsgerät messe eine integrierte Kraftmessplatte die Gleichgewichtsfähigkeit der Patienten. Eine drehbare Bodenplatte ermögliche die Diagnostik des Hüftgelenks in alle Bewegungsrichtungen, ohne dass der Proband die Position im Gerät wechseln muss, informiert die Universität. Um das Standbein zu entlasten, sei ein schwenkbarer Sitz integriert worden. Über die erhobenen Parameter werden die Patienten in sogenannte Mobilitätsklassen eingestuft. Diese seien ein wesentliches Kriterium für die Auswahl einer geeigneten Prothese.
„Damit Amputationspatienten mit der richtigen Prothesentechnik und der optimalen Therapie versorgt werden, erfolgt eine bisweilen subjektive Einstufung in bestimmte Mobilitätsklassen durch den Arzt in Zusammenarbeit mit dem Orthopädietechniker“, erklärt die Wissenschaftlerin Stefanie John, die unter der Leitung von Prof. Kerstin Witte und Prof. Jürgen Edelmann-Nusser an dem Projekt arbeitet. „Durch das Diagnostikgerät kann die Einstufung von Patienten erstmalig durch objektive sensorbasierte Informationen belegt werden.“
Bei dem Forschungsvorhaben handelt es sich um ein Projekt der Universität Magdeburg, der Technischen Hochschule Brandenburg, des Sportgeräteherstellers Erhard Peuker und des Orthopädietechnikunternehmens Guenther Bionics. Gefördert wird es vom Bundeswirtschaftsministerium.
Für weitere Studien und Testreihen sucht das Projektteam vom Lehrstuhl Sport und Technik/Bewegungswissenschaft noch Probanden.
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