16.04.2019

Tentakel für Herz-OPs

Saarbrücken – Ingenieure der Universität des Saarlands entwickeln spezielle Roboterarme. Das Besondere: Sie kommen ohne Gelenke und starres Bauteil-Skelett aus, sind aber formbar und leicht. Eingesetzt werden können sie in der Medizin. Die Forscher haben die Prototypen auf der Hannover Messe präsentiert.

Tentakel für Herz-OPsIn dem Projekt arbeiten Prof. Stefan Seelecke und sein Team gemeinsam mit Forschern der Technischen Universität Darmstadt an den dünnen, präzise steuerbaren künstlichen Tentakeln. „Diese können in Zukunft in der Medizin als Führungsdraht bei Herzoperationen oder als Endoskop bei Magen- und Darmspiegelungen zum Einsatz kommen“, teilt die Universität mit. Dafür statten die Forscher die Tentakel mit zusätzlichen Funktionen aus, etwa einer versteifbaren Spitze für Stoßbewegungen oder einem Greifer.
Dreh- und Angelpunkt sind die künstlichen Muskeln: Die Stränge bestehen aus haarfeinen Drähten aus Nickel-Titan, die anspannen und entspannen sollen. Sie kontrahieren wie echte Muskeln, je nachdem ob Strom fließt oder nicht, heißt es von Seiten der Uni. Die Ingenieure verbinden die Drahtstränge als Beuge- und Streck-Muskulatur, sodass ihr Zusammenspiel eine fließende Bewegung hervorbringt. „Bei dem Tentakel, der in der Medizin künftig etwa als Katheter oder Endoskop Anwendung finden kann, kommen wir hierbei mit einem Durchmesser von etwa 300 bis 400 Mikrometer aus“, erzählt Paul Motzki, wissenschaftlicher Mitarbeiter in Seeleckes Team. „Auf diesem Raum lassen sich sonst keine anderen Antriebstechniken unterbringen, was etwa die Möglichkeiten bisheriger Katheter-Verfahren einschränkt.“ Die Tentakel bezeichnet die Uni als „hochpräzise steuerbar“. Schweres Gerät ist offenbar nicht notwendig. Nach Auskunft der Saarbrücker benötigen die Drähte lediglich Strom. Gefördert wird das Projekt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
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