18.11.2013

Telemedizinstudie in Berlin und Brandenburg startet

Berlin – Kann Telemedizin Einweisungen ins Krankenhaus vermeiden? Ist die telemedizinische Mitbetreuung ein Ansatz für die Versorgung im ländlichen Raum? Das Projekt „Gesundheitsregion der Zukunft Nordbrandenburg – Fontane“ soll diese Fragen in einer Studie der Charité – Universitätsmedizin Berlin mit 1.500 Patienten beantworten. Unterstützt wird sie von der AOK Nordost und der Barmer GEK.

Telemedizinstudie in Berlin und Brandenburg startetDie klinische Studie ist eine der größten Telemedizinstudien zur chronischen Herzinsuffizienz weltweit. Sie will bis 2015 erstmals untersuchen, welche Effekte eine Kombination aus ambulanter Versorgung und telemedizinischer Betreuung von Patienten mit Herzschwäche im ländlichen Raum Brandenburgs hat. Eine kontinuierliche telemedizinische Beobachtung dieser Risikopatienten könnte helfen, Verschlechterungen im Therapieverlauf frühzeitig zu erkennen, um im Notfall schneller eingreifen zu können. Ziel ist es herauszufinden, ob eine Kombination aus ambulanter und telemedizinischer Betreuung gleichwertig ist mit der Behandlung, die Patienten in der Metropole Berlin von Kardiologen erhalten.
In der Versorgungsstudie werden die Patienten nach dem Zufallsprinzip in eine Telemedizin- und in eine Kontrollgruppe aufgeteilt. Die Telemedizin-Patienten erfassen täglich von zu Hause aus ihre Daten mit einer Waage, einem EKG- und einem Blutdruckmessgerät. Ein spezielles Gerät speichert und analysiert diese Werte und leitet sie automatisch an das telemedizinische Zentrum an der Charité weiter. Dort überwachen Fachärzte und Fachpfleger die eingehenden Messdaten rund um die Uhr. Sind sie auffällig, gibt es ein abgestuftes Vorgehen: von der telefonischen Kontaktaufnahme mit dem Patienten über eine veränderte Medikation in Absprache mit den betreuenden Ärzten bis hin zur Alarmierung des Notarztes.
Prof. Dr. Friedrich Köhler, Leiter des Zentrums für kardiovaskuläre Telemedizin an der Charité, leitet die wissenschaftliche Studie „Telemedical Interventional Management in Heart Failure II“. Er betont: „Das Projekt ist zukunftsweisend: Die telemedizinischen Angebote nützen den Patienten und stärken gleichzeitig auch die Hausärzte, die in den dünn besiedelten Gegenden Brandenburgs ganz häufig auch Herzpatienten betreuen.“ Auf diese Weise werde die Qualität der Versorgung aller Patienten gesichert – unabhängig davon, ob sie in der Nähe eines Facharztes wohnten.
Das Bundesforschungsministerium fördert das Projekt mit 8 Millionen Euro, das Land Brandenburg mit weiteren 4,5 Millionen Euro.
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