16.09.2020

Symptome bekämpfen mit Elektrostimulation

Sulzbach/Saar – Schmerzbehandlung mit Elektrostimulation statt mit Medikamenten – daran arbeitet das Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik (IBMT) im Verbundprojekt „Magnetoceuticals“. Das Institut verspricht sich zahlreiche Vorteile von der neuen Methode.

Sie soll es Ärzten künftig ermöglichen, mithilfe elektromagnetischer Felder Nervengewebe zu stimulieren und auf diese Weise zur Behandlung von Erkrankungen beizutragen. Ein extern am Körper getragenes Elektronikgerät strahlt hierfür zeitveränderliche magnetische Felder in Richtung eines miniaturisierten Implantats aus, das die Felder konzentriert und an den Stimulationsort weiterleitet. „Gemäß den Maxwell-Gleichungen resultiert aus dem zeitveränderlichen Magnetfeld ein zeitveränderliches elektrisches Feld, das […] im zu stimulierenden Gewebe ein Aktionspotenzial auslöst“, erläutert das Fraunhofer-Institut. Durch die vorübergehende Stimulation ließen sich bestimmte Krankheitssymptome lindern, etwa bei Schmerzen, Migräne, Bluthochdruck und Fettleibigkeit. Die Nebenwirkungen von Medikamenten fallen zugleich weg.
Der implantierte Magnetkörper kommt bei dem Vorgang gänzlich ohne eigene Elektronik und Elektrodenkontakte aus. Das erspart Kabelverbindungen, woraus sich weitere Vorteile ergeben: Probleme wie Kabelbruch und Elektrodenkorrosion sind ausgeschlossen. Weil das Implantat auch keine Batterie benötigt, ist seine Lebensdauer laut IBMT „praktisch unbegrenzt“. Eingriffe für einen Batteriewechsel bleiben Patienten also ebenso erspart.
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