18.11.2019

Strukturierte Daten statt „Information Overkill“

Berlin – Die Daten müssen strukturiert sein, sonst droht der „Information Overkill“. Diese Befürchtung in Bezug auf die Digitalisierung äußert Prof. Kai Wehkamp auf der Health-Jahrestagung des Handelsblatt und der Organisation Healthcare Information and Management Systems Society.

Strukturierte Daten statt „Information Overkill“Wehkamp, geschäftsführender Oberarzt für Innere Medizin am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, argwöhnt, dass man als Mediziner von den Datenmassen erschlagen werde, die in der elektronischen Patientenakte (ePA) anfallen könnten. „Das ist erst einmal eine große Herausforderung“, sagt er auf dem Panel „Von der Innovation zur Transformation – Wie wird die digitale Revolution in der Gesundheitsversorgung zum Erfolg?“ Wichtig sei, dass der Behandler an die notwendige Information im richtigen Moment kommt. Er wünscht sich „lesende Systeme“, die aus den Datenmengen ein Abstract für den Arzt extrahieren. Seine Hoffnung: Durch die Digitalisierung ergibt sich eine bessere Strukturierung, durch die man Zeit für den Patienten gewinnt. Auch Daniela Teichert, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK-Nordost, plädiert für eine strukturierte Informationsweitergabe. Sie meint, dass die ePA die Grundlage für sektorübergreifende Gesundheitsinformation sei. In dieser Hinsicht gebe es noch viel zu tun. „Wir haben noch keine direkte Vernetzung zwischen Arzt und Arzt“, meint sie. Das Ziel sei „die Vernetzung aller an der Gesundheitsversorgung Beteiligten.“
Für Prof. Michael Hallek, Direktor der Klinik I für Innere Medizin und Centrum für Integrierte Onkologie Köln, ist essenziell, dass man aus Daten Wissen generiert und Schlüsse zieht. Das müsse in konkreten medizinischen Projekten mit klar definierten Zielen herausgefunden werden. Er wünscht sich ein Mehr an transsektoralen digitalen Lösungen. „Mir fehlt zur Zeit in der deutschen Diskussion ein bisschen der Pragmatismus.“ Dr. Jochen Messemer von der Beratungsfirma McKinsey & Company schätzt die digitalen Projekte, die Personal entlasten und Arbeitsprozesse verbessern. Als Beispiel nennt er Spracherkennung handschriftlicher Notizen. Die Deutschen müssten sich zudem von der „Datenangst“ lösen.
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