26.06.2013

Stroke-Einsatz-Mobil verbessert Schlaganfallversorgung

Berlin – Mit einem Stroke-Einsatz-Mobil (STEMO) können deutlich mehr Schlaganfall-Betroffene wirksam und signifikant schneller therapiert werden. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Charité - Universitätsmedizin Berlin mit 7.000 Patienten.

Stroke-Einsatz-Mobil verbessert SchlaganfallversorgungDas STEMO ist ein Rettungsfahrzeug, das speziell für Patienten mit Schlaganfall konzipiert wurde: Es sind ein Computertomograph und ein Minilabor sowie speziell geschultes Rettungspersonal und ein Neurologe mit Notarztqualifikation an Bord. In einer repräsentativen Vergleichsstudie werteten die Forscher um Projekt-Leiter Prof. Heinrich Audebert, Klinik für Neurologie, die Daten von 7.000 Patienten über einen Zeitraum von 21 Monaten aus. Dabei wurde das STEMO im wöchentlichen Wechsel mit einem regulären Rettungsfahrzeug eingesetzt. „Im Wissen, dass beim akuten Schlaganfall pro Minute 1,9 Millionen Nervenzellen absterben, freuen wir uns, dass im Rahmen des neuen Versorgungskonzepts eine relevante Verbesserung der Schlaganfallversorgung in Berlin erreicht werden konnte“, sagt Audebert. Im Vergleich zu den Kontrollwochen ergab sich eine Verkürzung der Zeit vom Notruf bis zur Einleitung der Behandlung sowie eine deutliche Erhöhung der Lyse-Häufigkeit. Bei der Lyse-Therapie wird ein Blutgerinnsel, das eine Schlagader im Gehirn verstopft, medikamentös aufgelöst. Wurde das STEMO alarmiert, erhielten im Vergleich zur herkömmlichen Versorgung im Krankenhaus 50 Prozent mehr Schlaganfallpatienten eine solche Lyse. Die Behandlungsrate stieg damit insgesamt von 21 auf 33 Prozent. Die Zeit vom Notruf bis zur Therapie reduzierte sich dabei um 25 Minuten. Die Behandlung war dabei genauso sicher wie im Krankenhaus. „Wir sind zuversichtlich, dass eine kompetente medizinische Versorgung bei bestimmten Krankheitsbildern bereits im Rettungsfahrzeug stattfinden kann. Diese frühzeitige Versorgung bietet die Chance, auch neuartige Therapieformen einzusetzen“, sagt Prof. Matthias Endres, Direktor der Klinik für Neurologie der Charité.
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