25.10.2018

Stoma-Versorgung: BVMed warnt vor Ausschreibungen

Berlin – Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) sieht die Stoma-Versorgungsqualität gefährdet. Der Grund dafür seien die Absenkungen des Vergütungsniveaus sowie die Ausschreibungen der Krankenkassen, sagt BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt anlässlich des Welt-Stoma-Tags.

Stoma-Versorgung: BVMed warnt vor AusschreibungenZwar sind Ausschreibungen seit der Hilfsmittelreform nicht mehr gewünscht, allerdings werde diese Vorgabe nur unzureichend umgesetzt, kritisiert Schmitt und wünscht sich ein Umsteuern. „Ausschreibungen sind in diesen sensiblen Bereichen der Patientenversorgung nicht geeignet“, betont er. Schließlich sei der Stoma-Bereich sehr individuell, die Versorgung des einzelnen Patienten „dienstleistungsintensiv“.
Der Einsatz der erforderlichen Stomaprodukte werde durch Therapieexperten von dem jeweiligen Leistungserbringer begleitet und sei mit intensiver Beratung für die physische, psychische und soziale Rehabilitation der Betroffenen verbunden, teilt der BVMed mit. Nur so sei es machbar, Menschen mit einem künstlichen Darm- oder Blasenausgang die Teilhabe am aktiven Leben zu ermöglichen. Das senke im Endeffekt auch die Kosten.
Die individuelle Situation sei dabei von Fall zu Fall unterschiedlich. Veränderungen in der Versorgung durch etwa Entzündungen oder Gewichtsveränderungen seien keine Seltenheit.
Auch die Initiative Faktor Lebensqualität warnt vor einem „Qualitätseinbruch“ bei der Stoma-Versorgung. „Die Krankenkassen versuchen leider weiter, die Kosten in diesem Bereich zu senken. Das gefährdet das Patientenwohl erheblich und sollte von Politik und Gesellschaft nicht hingenommen werden“, sagt Norbert Schütze, Sprecher der Initiative. Sie kritisiert die Ausschreibepraxis ebenfalls.
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