19.02.2018

Smarte Kleidung soll Taubblinden Kommunikation erleichtern

Offenburg – Forscher der Hochschule Offenburg entwickeln intelligente Kleidung, die Taubblinde bei der Kommunikation unterstützt. Bis 2020 soll ein einsatzfähiger Prototyp entstehen, den die beteiligten Unternehmen dann bis zur Marktreife bringen wollen.

Smarte Kleidung soll Taubblinden Kommunikation erleichternTaubblinde sind zum Wahrnehmen ihrer Umwelt stark auf Familienmitglieder und andere Helfer angewiesen. Die Kommunikation ist nur mittels Berührungen möglich: Die Hände müssen Ohren, Augen und Mund ersetzen. Im EU-Projekt SUITCEYES wollen Forscher nun Textilien entwickeln, die Taubblinde beim Austausch mit ihrer Umwelt unterstützen – auch über größere Distanzen hinweg.
„Durch die Kombination mehrerer Sensoren und Aktoren werden Informationen aus der Umgebung an den Träger eines intelligenten Kleidungsstücks weitergegeben“, erklärt Prof. Oliver Korn von der Hochschule Offenburg. „Dies ermöglicht Taubblinden völlig neue Kommunikationsmöglichkeiten: Sie erhalten einen größeren Aktionsradius und sollen zum Beispiel nonverbale Signale wie Lächeln erkennen können.“ Das Ziel der Wissenschaftler ist es, ein intelligentes und spielerisch angereichertes Textil zu entwickeln, das die Autonomie und die Lebensqualität taubblinder Menschen erhöht. Die Kleidungsstücke sollen Informationen durch Berührung oder Bewegung an den Träger übermitteln und ihm so zum Beispiel mitteilen, ob er angesehen wird oder wohin der Ball gerollt ist, den er fallen lassen hat.
Das EU-Projekt startet Anfang 2018 und ist auf drei Jahre ausgelegt. Universitäten und Firmen aus sieben Ländern arbeiten dabei zusammen. Die Koordination übernimmt die Universität Borås aus Schweden. Die Hochschule Offenburg ist vor allem für die Gamifikation, also die Integration spielerischer Elemente, und die soziale Interaktion zuständig.
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