16.12.2020

Signale aus dem Mini-Tomografen

Göttingen – Damit Magnetresonanztomografen mobil eingesetzt werden können, müssen sie kleiner werden. Forscher am Max-Planck-Institut (MPI) für biophysikalische Chemie und an der Universitätsmedizin Göttingen haben jetzt eine Methode entwickelt, die den Einsatz von Mini-Tomografen befördern kann.

Magnetresonanztomografen sind groß und teuer in der Anschaffung sowie im Betrieb. Mit kleineren, günstigeren Tomografen wäre die Magnetresonanztomografie (MRT) flexibler einsetzbar und könnte mehr Menschen, auch weltweit, zugänglich werden. Das Problem solcher Mini-Tomografen: Sie erzeugen ein deutlich schwächeres Signal, das schwierig auszuwerten ist.
Mehrere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen das ändern und preisgünstige mobile MRT-Geräte entwickeln. Zu ihnen gehört Stefan Glöggler, Forschungsgruppenleiter am Göttinger MPI für biophysikalische Chemie. Die Forscher haben einen Weg gefunden, das schwache Signal signifikant zu verstärken. Für ihre Versuche haben die Göttinger Chemiker ein Mini-MRT-Gerät selbst gebaut. Es hat etwa die Größe eines kleinen Fasses. Mehr als ein Kilometer Kupferdraht wurde verwickelt. Der kleine Tomograf lässt sich einer Mitteilung zufolge an die Größe des zu untersuchenden Gegenstandes anpassen. Das Magnetfeld sei etwa hundertfach niedriger als bei herkömmlichen MRT-Geräten und die Stärke mit der von Kühlschrank-Magneten vergleichbar.
Die Wissenschaftler übertrugen nun eine Methode, die bereits in herkömmlichen Tomografen etabliert ist, die sogenannte Hyperpolarisation, auf ihr Niedrigfeld-MRT-Gerät. Damit konnten sie das Signal in dem schwachen Magnetfeld so weit verstärken, dass es messbar ist. „Die von uns entwickelte Signalverstärkung ist ein wichtiges Puzzlestück, um portable MRT-Geräte bis zur Marktreife zu entwickeln, sodass mehr Patientinnen und Patienten von der diagnostischen Stärke dieser Technik profitieren können“, sagt Glöggler.
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