18.11.2019

Sensor erleichtert Beatmung von Frühchen

Berlin – Lungenschädigungen durch künstliche Beatmung soll ein Sensor verhindern, der den Atemimpuls des Patienten erkennt. Vor allem für Frühchen soll die Beatmung damit sanfter werden.

Gerade bei Frühgeborenen ist die künstliche Beatmung wegen der unterentwickelten Lunge heikel. Das Beatmungsgerät darf weder zu viel Luft in die kleine Lunge pressen noch mit zu viel Druck arbeiten – vor allem dann, wenn der Säugling gerade ausatmen möchte. Einen Apparat für Thorax-Monitoring haben deshalb Jan Ringkamp und Dr. Jens Langejürgen von der Fraunhofer-Projektgruppe für Automatisierung in der Medizin und Biotechnologie des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung entwickelt. „Im Prinzip ist das ein Messgerät, das erkennt, ob ein künstlich beatmeter Patient gerade ein- oder ausatmen möchte“, sagt Ringkamp. Das Beatmungsgerät sei in der Lage, sich ohne Verzögerung den Wünschen des Patienten anzupassen. Das Thorax-Monitoring verwendet zwei Antennen, die sich auf oder neben dem Brustkorb des Patienten anbringen lassen. Sie messen die Unterschiede zwischen dem Ein- und Ausatmen. Das funktioniert den Wissenschaftlern zufolge auch bei Frühchen und anderen Patienten, die nicht selbst atmen können, dies aber versuchen. „Selbst wenn sich die Lunge nur minimal ausdehnt oder zusammenzieht, wirkt sich das auf den Signalverlauf aus“, erklärt Ringkamp. Änderungen deutlich unter einem Milliliter könnten identifiziert werden. Ein früher Prototyp des Apparates sei bereits entwickelt. Er wird auf der kommmenden Medica in Düsseldorf vorgestellt.
Besuchen Sie uns auf Facebook Besuchen Sie uns auf Twitter