22.05.2019

Schlaganfall: Neues Bildgebungsverfahren aus Hamburg

Hamburg – Die Technische Universität Hamburg (TUHH) und das Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) entwickeln ein diagnostisches tomographisches Bildgebungssystem. Es soll den Zugang zu einer Gehirndurchblutung in kurzen Abständen ermöglichen und somit schnell auf einen eventuellen Schlaganfall hinweisen, teilt die TUHH mit.

Schlaganfall: Neues Bildgebungsverfahren aus HamburgIm Gegensatz zu konventionellen Bildgebungssystemen könne das sogenannte Magnetic-Particle-Imaging-System (MPI) in ungeschirmten Umgebungen wie auf der Intensivstation eingesetzt werden. „Die Kombination von geringen technischen Anforderungen bei kleinem Bauraum und hervorragendem Bildkontrast ermöglichen es, durch diese Technologie eine Lücke in der Versorgung von Schlaganfallpatienten zu schließen“, sagt Prof. Tobias Knopp, Leiter des Instituts für Biomedizinische Bildgebung der TUHH. Hierdurch ermögliche MPI die Überwachung von Schlaganfällen auf der Intensivstation. Das System könne dort direkt am Krankenbett montiert werden und stelle die regelmäßige Überwachung des neurovaskulären Status´sicher. Aktuell würden hauptsächlich CT- und MRT-Aufnahmen zur Messung der Gehirnperfusion durchgeführt. Für beide Systeme seien allerdings aufwendig geschirmte Räume notwendig, bei der CT aufgrund der radioaktiven Strahlung, bei der MRT aufgrund der starken Magnetfelder. „Hierdurch entsteht eine Versorgungslücke für Schlaganfallpatienten, die nur durch enormen Aufwand des medizinischen Personals in Form von Lähmungskontrollen, motorischen Tests und okularen Reaktionstests geschlossen werden kann“, teilt die TUHH mit. Aufgrund der räumlichen Trennung zwischen Intensivstation und Radiologie erfolge die Bildgebung des Gehirns derzeit nur in einem 24-Stunden-Intervall oder wenn eine Verschlechterung des Patientenstatus beobachtet werde. Müsse der Patient in ein künstliches Koma versetzt und beatmet werden, sei der Transport komplex und riskant.
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