18.12.2017

Schlaganfall – wieder Laufen dank Hirnschrittmacher?

Duisburg – Viele Menschen können nach einem Schlaganfall nicht mehr richtig gehen oder stehen, weil sie unter Lähmungen und Koordinationsstörungen leiden. Mithilfe eines Hirnschrittmachers können solche Lähmungen rückgängig gemacht werden, wie eine aktuelle Untersuchung von Wissenschaftlern der Universitätskliniken Essen und Würzburg beweisen.

Schlaganfall – wieder Laufen dank Hirnschrittmacher?„Im Versuchsstadium mit Tieren zeigte sich bereits, dass es dank eines Hirnschrittmachers möglich ist, gelähmte Glieder nach einem Schlaganfall wieder beweglich zu bekommen. Das ist ein wichtiger Etappensieg, der sich hoffentlich auch bald in den klinischen Alltag übertragen lässt“, sagt Prof. Christoph Kleinschnitz, Direktor der Klinik für Neurologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen.
Ein Hirnschrittmacher sendet über eine speziell in das Gehirn implantierte Elektrode elektrische Impulse an das Gewebe. Die Forscher haben nach eigenen Angaben gezeigt, dass sich die Ratten durch das Anregen der Region im Hirnstamm, die die Bewegungen steuert, wieder bewegen konnten. „Wir waren überrascht, wie deutlich sich das Gangbild der behandelten Tiere verbesserte. Ihre Schritte waren fast normal lang und schnell. Außerdem machten sie weniger Fehler bei komplexen Gehtests“, fasst Kleinschnitz die Ergebnisse zusammen.
Bei Parkinsonerkrankten gehört das Einsetzen eines Hirnschrittmachers bereits zu den gängigen Verfahren. Die Forscher hoffen nun, diese Methode zukünftig auch bei bestimmten Schlaganfallpatienten anwenden zu können. Dazu müssen sie aber zunächst herausfinden, welche speziellen Nervenzellen im Hirnstamm stimuliert werden müssen und wie die Langzeitwirkung dieses Verfahrens ist.

Die Studienergebnisse wurden kürzlich im internationalen Fachjournal Annals of Neurology veröffentlicht.
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