18.09.2019

Schlafapnoe mit Schrittmacher behandeln

Bad Oeynhausen – Ein implantierter Schrittmacher soll bei Patienten mit zentraler Schlafapnoe den Schlafrhythmus verbessern. Diese neuartige Behandlung haben Wissenschaftler der Uniklinik der Ruhr-Universität Bochum und des Herz- und Diabeteszentrums Nordrhein-Westfalen (HDZ NRW) in einer Langzeitstudie erfolgreich getestet. Ihre Ergebnisse haben sie in der Fachzeitschrift „Sleep“ veröffentlicht.

Schlafapnoe mit Schrittmacher behandelnDie Forscher unter der Leitung von Prof. Volker Rudolph von der Klinik für Allgemeine und Interventionelle Kardiologie/Angiologie der Uniklinik haben am HDZ in Bad Oeynhausen über 36 Monate die neue Behandlungsmethode mit dem Implantat an Patienten mit mittlerer und schwerer zentraler Schlafapnoe getestet. Der Schrittmacher stimuliert den Zwerchfellnerv mit Impulsen und kann Aussetzer der Atemmuskulatur überbrücken. Patienten bekommen dank der Stimulation wieder einen normalen Schlafrhythmus.
„Bei 500 Patienten konnte in der Studie eine anhaltende Verbesserung der Schlafmetriken nachgewiesen werden“, erläutert der beteiligte Oberarzt und Autor der Publikation, Dr. Henrik Fox, die Ergebnisse. Sie bestätigten, dass die Stimulationstherapie über einen langen Zeitraum sicher angewendet werden könne. Die Forscher sehen die Behandlung mit dem implantierten Schrittmacher als eine Möglichkeit, Patienten mit Schlafapnoe zu behandeln, für die eine übliche Maskentherapie nicht in Frage kommt. Patienten mit Herzschwäche erkrankten häufig an einer Schlafapnoe, doch bei ihnen könne die Maskentherapie die Herzfunktion und damit auch die Lebensqualität beeinträchtigen.
Das Gerät vom Typ Remedé hat ein US-amerikanischer Hersteller produziert. Es ist seit Oktober 2017 in den USA zugelassen und hat eine CE-Zertifizierung für Europa. Der Schrittmacher gilt derzeit als das einzige implantierbare Gerät zur Behandlung der Schlafapnoe.
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