16.06.2017

Scanner untersucht Gefäßbildung bei Schuppenflechte-Patienten

München – Ein neu entwickelter Gewebescanner erlaubt einen Blick unter die Haut von Schuppenflechte-Patienten. Ohne Kontrastmittel oder Strahlenbelastung lassen sich so klinisch relevante Informationen erfassen wie etwa die Struktur der Hautschichten und Blutgefäße. Ein Forscherteam vom Helmholtz Zentrum München und der Technischen Universität München (TUM) hat die Technologie kürzlich vorgestellt.

Der Scanner trägt den Namen RSOM** und funktioniert folgendermaßen: Das zu untersuchende Gewebe wird mit einem schwachen Laserpuls angeregt, nimmt die Energie auf und erwärmt sich minimal. Das führt dazu, dass sich das Gewebe kurzzeitig ausdehnt und Ultraschallwellen erzeugt. Diese Signale messen die Wissenschaftler und berechnen daraus ein hochaufgelöstes Bild.
Neben der Entwicklung der Methode als solches konnten die Wissenschaftler die Technik bereits auf die Größe eines Handgeräts reduzieren. „Durch diese leicht einzusetzende Technologie, die ohne Strahlenbelastung oder Kontrastmittel auskommt, können wir erstens neue Einblicke in die Krankheitsmechanismen gewinnen und zweitens die Therapieentscheidung für die Ärzte erleichtern“, erklärt Prof. Dr. Vasilis Ntziachristos, Direktor des Institute of Biological and Medical Imaging (IBMI) am Helmholtz Zentrum München und Inhaber des Lehrstuhls für Biologische Bildgebung an der Technischen Universität München.
Die Leistungsfähigkeit von RSOM demonstrierten die Wissenschaftler in einer aktuellen Studie: Sie untersuchten Haut- und Unterhautgewebe von Schuppenflechte-Patienten. Durch die RSOM-Technologie konnten sie mehrere Merkmale für Psoriasis und Entzündungen bestimmen, darunter beispielsweise die Hautdicke, die Abstände der Kapillaren, die Anzahl an Gefäßen oder das Gesamtvolumen des Blutes in der Haut.
Die Forscher planen, das Bildgebungsverfahren künftig auch bei anderen Krankheiten einzusetzen. Denkbar sind solche Untersuchungen bei Hautkrebs oder aber auch bei Diabetespatienten. Diese leiden oft an geschädigten Blutgefäßen, die sich mit der Technologie frühzeitig untersuchen lassen könnten.
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