20.06.2014

Sachsen: Telemedizin soll Versorgung auf dem Land verbessern

Dresden/Berlin – Das Land Sachsen, die Deutsche Telekom und das Carus Consilium Sachsen (CCS) haben den Startschuss für ein neues Telemedizinprojekt gegeben: Ziel ist es, Patienten vor allem in ländlichen Regionen mit geringer Arztdichte medizinisch besser zu versorgen.

Sachsen: Telemedizin soll Versorgung auf dem Land verbessernIm Zentrum des Projektes steht der Aufbau einer offenen technischen Plattform, die Ärzte, Kliniken, Kassen und Patienten miteinander vernetzt und den schnellen und sicheren Austausch von Informationen sicher stellt. Um die Möglichkeiten der Plattform aufzuzeigen, werden zunächst drei Beispielanwendungen entwickelt. So könnten Ärzte mit Unterstützung des Internets nach Abschluss des Projektes Mitte 2015 beispielsweise Schlaganfall- oder Herzpatienten in den östlichen Landesteilen Sachsen medizinisch betreuen. Mittelfristig soll sich die Plattform auch anderen Ärzten, Kliniken oder Krankenversicherern öffnen, um integrierte Versorgung in die Praxis umzusetzen.
„Wir wollen, dass die Menschen gerade in diesen stark vom demografischen Wandel betroffenen Regionen auch weiterhin einen breiten Zugang zu medizinischer Expertise haben“, so die sächsische Gesundheitsministerin Christine Clauß. Dafür benötige man neue, innovative Technologien und darauf basierende Behandlungskonzepte. „Das Projekt ist ein wegweisendes Modell, mit dem der demografische Wandel Ostsachsens gestaltet werden kann.“
Das Modellprojekt wird von der Europäischen Union und dem Freistaat Sachsen mit rund 9,8 Millionen Euro gefördert. Das Carus Consilium Sachsen (CCS) koordiniert das Projekt und bringt seine medizinische Expertise ein. Industriepartner ist T-Systems.

Wie funktioniert Telemedizin in der Praxis?

Bei telemedizinischer Versorgung wird ein Patient zum Beispiel mit intelligent vernetzten Endgeräten oder Sensoren ausgestattet, die er einfach von zu Hause aus bedienen kann. Die ermittelten Werte des Patienten werden automatisch und kabellos direkt an ein Telemedizinzentrum übertragen. Von einem telemedizinischen Arbeitsplatz aus lassen sich die Werte dann überwachen. Vitaldaten wie EKG, Sauerstoffsättigung und Blutdruck sowie Angaben etwa zu Gewicht, Befunden oder Medikamenteneinnahme liefern Telemedizin-Ärzten wichtige Hinweise, um den Zustand des Patienten aus der Ferne einzuschätzen und bei Bedarf intervenieren zu können.
Besuchen Sie uns auf Facebook Besuchen Sie uns auf Twitter