18.08.2015

RKI-Kommission: ISK ist Blasenverweilkatheter vorzuziehen

Berlin (pag) – Die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) am Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt zur Prävention Katheter-assoziierter Infektionen, den intermittierenden Selbst-Katheterismus (ISK) dem Blasenverweilkatheter vorzuziehen, „wo immer dies praktikabel ist“. Darauf weist der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) hin.

RKI-Kommission: ISK ist Blasenverweilkatheter vorzuziehenDas vorrangige Ziel der neuen KRINKO-Empfehlung ist, die Häufigkeit infektiöser Komplikationen im Zusammenhang mit dem Katheterismus der Harnblase zu minimieren. Bei jedem Anlegen eines Blasenverweilkatheters sollte aus KRINKO-Sicht zunächst geprüft werden, ob nicht ein aseptischer, intermittierender Einmal-(Selbst-)Katheterismus in Frage kommt. Mit der aktuellen Empfehlung präzisiert die KRINKO ihre bisherige Empfehlung aus dem Jahr 1999, in der bei Kurzzeitdrainagen (weniger als fünf Tage) alternativ der transurethrale Blasenverweilkatheter, der suprapubische Blasenverweilkatheter oder ein streng aseptischer, intermittierender Einmalkatheterismus empfohlen wurde – ohne eine Präferenz einer der drei Methoden. Nach Ansicht des BVMed, der sich den KRINKO-Empfehlungen anschließt, ist der ISK in den stationären Pflegeeinrichtungen aktuell noch nicht Standard. Deswegen sollten für die Prävention und Kontrolle Katheter-assoziierter Harnwegsinfektionen die bisherigen Behandlungsstandards überprüft und aktualisiert werden, heißt es.
Harnwegsinfektionen zählen zu den häufigsten nosokomialen Infektionen überhaupt. In den nicht-chirurgischen Fächern sind sie sogar die häufigste Infektionsart. Bei Infektionen im Krankenhaus haben Harnwegsinfektionen einen Anteil von rund 30 Prozent. Auch in Pflegeheimen besteht eine Prävalenz von 30 Prozent. Harnwegsinfektionen können zu schwerwiegenden Komplikationen führen und gehören zum Beispiel zu den häufigsten Ursachen von im Krankenhaus auftretenden sekundären Sepsisfällen. Relevanz haben Harnwegsinfektionen darüber hinaus wegen der dadurch verursachten Antibiotikaverordnungen und des daraus resultierenden Selektionsdrucks auf Erreger. Die Prävention von Harnwegsinfektionen ist daher ein zentrales Thema mit gesundheitspolitischen Auswirkungen.

Die KRINKO-Empfehlung „Prävention und Kontrolle Katheter-assoziierter Harnwegsinfektionen“ ist im Bundesgesundheitsblatt (Ausgabe 2015/6) veröffentlicht worden. Ausführliche Informationen zur ISK-Versorgung sowie die KRINKO-Empfehlung (http://www.bvmed.de/de/versorgung/hilfsmittel/hilfsmittel-ableitende-inkontinenz/rki-krinko-empfehlung-praevention) gibt es auf einem speziellen BVMed-Portal unter www.faktor-lebensqualitaet.de (http://www.faktor-lebensqualitaet.de).
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