21.01.2019

Re- und Parallelimporte auch bei Medizinprodukten

Berlin – Die Problematik von Re- und Parallelimporten besteht nicht nur bei Arzneimitteln, sondern auch bei Medizinprodukten, etwa bei Verbandmitteln. Darauf weist der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) hin. Wenn Leistungserbringer zunehmend auf Re- und Parallelimporte ausweichen, könnte das negative Auswirkungen auf die Patientenversorgung und -sicherheit haben.

Wie mit dem „Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung“ (GSAV) sollte es eine entsprechende Gesetzesinitiative für Medizinprodukte geben, so die Forderung. Re- und Parallelimporten müsse ein Riegel vorgeschoben werden, ansonsten könne die Einhaltung der Lagerungsbedingungen, Lieferkontinuität, Versorgungssicherheit, Beratung und Schulung oder das Retouren-Management nicht mehr gewährleistet werden, heißt es in einer Mitteilung des Verbands.

Der BVMed untermauert seine Forderung und nennt Nachteile, die mit solchen Importen zusammenhängen: So hätten Reimporteure keine Produktkenntnisse in diesem Bereich, oft sei zudem nur eine beschränkte Produktauswahl verfügbar, obwohl gerade in der Wundversorgung je nach Stadien und Begleiterkrankungen vielfältige Produkte zum Einsatz kommen. Lieferkontinuität und Versorgungssicherheit seien nicht zu garantieren, da die Produkte bei diesen Dienstleistern kurzfristig aus dem Sortiment genommen werden könnten. Auf diese Weise sei es möglich, dass Reimporte zwar in der Lauer-Taxe aufgeführt, aber im Markt gar nicht oder in nicht ausreichender Menge verfügbar seien.
Der Verband informiert, dass außerdem eine unsachgemäße Lagerung direkte Auswirkungen auf die Qualität der Produkte haben könnte. Als weiteren Nachteil nennt der BVMed das Fehlen eines beratenden, fachlich geschulten Außendienstes von Medizinprodukteberatern und Wundmanagern. Teilweise würden die Medizinprodukte und Wundauflagen umverpackt, Gebrauchsinformationen neu erstellt. Ein weiteres Argument lautet: Forschung, Entwicklung, Produktschulungen oder fachliche Weiterbildungen können nur die Originalhersteller gewährleisten.
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