16.06.2017

Qualitätsstandards für die Inkontinenzversorgung

Berlin – In einem gemeinsamen Positionspapier zur Versorgung von Bewohnern mit aufsaugenden Inkontinenzprodukten in der stationären Altenpflege fordern der Bundesverband Medizintechnologie, die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege und der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste einheitliche Versorgungs- und Qualitätsstandards.

Zudem müsste sich der höhere Anteil schwerer und schwerster Inkontinenzgrade in Alten- und Pflegeheimen auch in einer differenzierten Versorgungspauschale gegenüber dem ambulanten Bereich ausdrücken.
Zum Hintergrund erläutern die drei Verbände, dass mehr als drei Viertel aller Bewohner in Alten- und Pflegeheimen von Inkontinenz betroffen seien. Bedingt durch das hohe Lebensalter und die meist ausgeprägte Pflegebedürftigkeit sei der spezifische Anteil der schweren und schwersten Inkontinenzgrade in Alten- und Pflegeheimen dabei deutlich höher als im ambulanten Bereich. „Dementsprechend kommt der Inkontinenzversorgung in der stationären Altenpflege eine besondere Bedeutung zu“, heißt es in dem Papier. Das durchschnittliche Eintrittsalter pflegebedürftiger Menschen bei Einzug in eine stationäre Einrichtung werde auch weiterhin steigen. Hinzu komme, dass der Anteil der Bewohner mit neurologischen Erkrankungen wie Demenz und Alzheimer ansteige.
Nur durch einen einheitlichen Versorgungsstandard, eine hohe Qualität der Inkontinenzprodukte und regelmäßige Schulungen durch die Lieferanten könnten einheitliche Qualitätsstandards und ein effizienter Umgang mit den Hilfsmitteln sichergestellt werden. „Im Hinblick auf die besondere Situation in der stationären Versorgung sind die für den ambulanten Bereich ausgehandelten Verträge nicht als Maßstab und zur Anwendung in den stationären Einrichtungen geeignet“, stellen die Verbände fest. Sie fordern, dass die Krankenkassen mit Trägern von Alten- und Pflegeheimen einheitliche Verträge zur Versorgung der GKV-Versicherten mit aufsaugenden Inkontinenzprodukten abschließen. Diese Verträge müssten kassenübergreifend sein und „eine Pauschale für die Versorgung der Bewohner mit Inkontinenzprodukten beinhalten, die den steigenden spezifischen Erfordernissen bei der Versorgung mit aufsaugenden Inkontinenzprodukten auf der Basis anerkannter Standards gerecht werden“.
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