21.09.2018

Prototyp: MHH testet Roboterhand

Hannover – Weltweit zum ersten Mal: An der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) wird zur Zeit der Prototyp einer Roboterhand getestet. Es handelt sich dabei um mehr als eine Handprothese, wie die MHH mitteilt.

Roswitha M. und Ludwig L. testen die Roboterhand bereits. Mit Erfolg. Der Prototyp erlaubt es den beiden Patienten, einen Pappbecher zu greifen, ohne ihn zu zerdrücken. Zudem können sie mit einem filigranen Spitzgriff eine Nähnadel aufnehmen und halten. Das teilt die MHH in einer Pressemitteilung mit.

„Dank des neuen Systems können erstmals die Bewegungen aller Finger gleichzeitig und intuitiv mit nur einem Motor gesteuert werden“, so die MHH. wie Ob rund, eckig oder flach – durch die Fingerkonstruktion passe sich die Hand an die unterschiedlichsten Formen an, sodass das Erlernen verschiedener Greifmuster, wie es bei herkömmlichen Prothesen notwendig war, wegfalle. „Im Vergleich zu den bisher verfügbaren Prothesenhänden besitzt die in Italien entwickelte Hand eine robotermechanische Greifintelligenz, die durch ein ausgeklügeltes System aus künstlichen Sehnen, Umlenkrollen und Differentialgetrieben erzielt wird“, erläutert Prof. Henning Windhagen, Direktor der MHH-Klinik für Orthopädie. Ziel des multizentrischen Projekts mit einem Gesamtvolumen von 7,4 Millionen Euro ist es, die Technologie innerhalb der nächsten zwei Jahre in eine prothetische Anwendung zu überführen.
In die Entwicklung dieser Greifintelligenz sind Forschungsergebnisse des Instituts für Orthopädische Bewegungsdiagnostik aus Bewegungsstudien mit gesunden Probanden und betroffenen Patienten eingeflossen. „Unsere Patienten sind integraler Bestandteil der Entwicklung in dem von der EU geförderten Forschungsprojekt SoftPro“, sagt Windhagen.
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