24.10.2019

Patientensicherheit soll größeren Stellenwert bekommen

Berlin – Für eine Sicherheitskultur auf allen Ebenen will der erste Welttag der Patientensicherheit sensibilisieren. Im Fokus stehen dabei Fehlermanagementsysteme, die in Praxen und Krankenhäusern zum Einsatz kommen. Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) mahnt eine bessere Hygiene an.

Patientensicherheit soll größeren Stellenwert bekommenDer BVMed fordert, dass in Kliniken, Pflegeheimen und ambulanten Einrichtungen noch mehr Anstrengungen für besseren Infektionsschutz unternommen werden.
„Jeder Patient und jeder Mitarbeiter in medizinischen Einrichtungen in Deutschland hat ein Recht, vor gefährlichen und im Zweifel lebensbedrohlichen Infektionen geschützt zu werden“, sagt BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll und verweist auf Zahlen des Robert Koch-Instituts: 400.000 bis 600.000 Patienten infizieren sich im Krankenhaus mit einem Erreger, 10.000 bis 15.000 dieser Infektionen führen zum Tod. Vor allem eine bessere Hygiene könne 20 bis 30 Prozent davon verhindern, so der Verbandschef.
Nach Angaben des Aktionsbündnisses Patientensicherheit (APS) sind 2018 über 14.000 Behandlungsfehler-Vorwürfe gemeldet worden. Laut einer Umfrage der IKK Südwest hat ein Drittel der Teilnehmer negative Erfahrungen während einer ärztlichen oder pflegerischen Behandlung gemacht. Sowohl niedergelassene Ärzte als auch Kliniken seien verpflichtet, Fehlermanagementsysteme einzusetzen. Doch sie kämen derzeit nicht umfassend zum Einsatz. Häufig würden die Ergebnisse auch nicht abschließend ausgewertet.
Dr. Günther Jonitz, Präsident der Ärztekammer Berlin, spricht sich dafür aus, eine umfassende Sicherheitskultur als festen Bestandteil ärztlicher Tätigkeit in Kliniken und Praxen zu verankern. Eine Schlüsselrolle spiele die sanktionsfreie Meldung von Beinahe-Schäden. Zudem falle dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) die „unverzichtbare Aufgabe zu, neue Therapieansätze vor der Einführung in die Regelversorgung auf Basis von evidenzbasierten Kriterien auf ihre Sicherheit und auf ein positives Schaden-Nutzen-Verhältnis hin zu überprüfen“, betont Prof. Josef Hecken, unparteiischer Vorsitzender des G-BA.
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