19.02.2018

Patienten beklagen schlechte Hilfsmittel-Versorgung

Berlin – Eine Umfrage zu Stoma- und Inkontinenz-Versorgung des Bundesverbands Medizintechnologie (BVMed) zeigt, dass Patienten nach einem Wechsel des Hilfsmittel-Versorgers nach Ausschreibungen häufig unzufrieden mit der Beratung sind – wenn sie überhaupt einen persönlichen Ansprechpartner oder Therapeuten genannt bekommen. Die Ausschreibungspraxis der Kassen erntet deshalb scharfe Kritik.

Patienten beklagen schlechte Hilfsmittel-VersorgungLaut Umfrage der Initiative „Faktor Lebensqualität“ im BVMed unter 79 Teilnehmern musste jeder vierte Patient mit dem Versorger auch die benötigten Produkte wechseln, 39 Prozent von ihnen bewerteten die neuen Produkte aber als ungeeignet. Diese qualitativen Verschlechterungen waren für ein Drittel der Befragten Anlass, einen Wechsel ihrer Krankenkasse in Erwägung zu ziehen – fünf Prozent haben das schon getan.
In der Vergangenheit hätten mehrere Ausschreibungen bei der Versorgung und Lieferung mit Stoma- und ableitenden Inkontinenz-Hilfsmitteln für Probleme gesorgt. Die in der BVMed-Initiative zusammengeschlossenen Unternehmen sehen darin einen Verstoß gegen das im April 2017 verabschiedete neue Heil- und Hilfsmittel-Versorgungsgesetz (HHVG). Demnach sind Ausschreibungen nicht mehr zulässig, wenn Hilfsmittel individuell angefertigt werden müssen oder die Versorgung mit einem hohen Dienstleistungsanteil verbunden ist. Aus Sicht der Initiative trifft dies auch auf ableitende Inkontinenz- und Stoma-Hilfsmittel zu.

Der BVMed gibt den Tipp, dass Betroffene bei ihren Krankenkassen Widerspruch gegen eine nicht zweckmäßige oder nicht ausreichende Versorgung einlegen können. Die Patienten sollten die geänderte Versorgungssituation genau überprüfen und gegebenenfalls einen Einspruch oder den Krankenkassenwechsel erwägen. Die Initiative „Faktor Lebensqualität“ hat dazu Informationen unter www.faktor-lebensqualitaet.de/widerspruchsrecht zur Verfügung gestellt.
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