18.09.2019

Neue Kapselkamera verbessert Endoskopie

Berlin – Schärfere, detailliertere Bilder und davon nicht mehr als nötig: Die neu entwickelte Kamerapille Endotrace vom Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM) Berlin, der Ovesco Endoscopy AG und AMS soll die Endoskopie des Dünndarms verbessern und die Diagnose beschleunigen. Das teilt das IZM mit.

Die Kapsel sieht aus wie eine Tablette von der Größe eines Bonbons. Unter der Hülle verbergen sich fünf Kameras, ein Tracer und ein Rechenspeicher sowie Batterien und ein LED-Licht. Im Dünndarm eines Patienten machen die Kameras Aufnahmen vom Inneren des Organs, allerdings nur dann, wenn sie durch die Bewegungen der Darmzotten ausgelöst werden, erläutert das IZM. Verändern sich diese Erhebungen in der Schleimhaut des Dünndarms, erhält der Rechenspeicher in der Kapsel ein Signal, und die Kameras nehmen nach einer Bewegung von etwa zwei bis drei Millimetern ein Foto auf. Mit dieser Methode nimmt Endotrace laut IZM nur etwa halb so viele Bilder auf wie bisherige Kapsel-Kameras. Diese arbeiten zeitgesteuert und machen Tausende Aufnahmen – unabhängig davon, ob sich die Kapsel bewegt hat oder nicht.
Die Zahl der auswertbaren Daten mit der neu entwickelten Kapselkamera sinkt erheblich, teilt das IZM mit, sodass der Arzt schneller eine Diagnose zu Erkrankungen wie etwa Magen-Darm-Blutungen stellen und diese schneller behandeln kann. „Endoskopische Untersuchungen sind lebenswichtig – und wir machen sie ein Stück weit leichter“, sagt Manuel Seckel, Projektleiter am Fraunhofer IZM. Das Projekt ist vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 1,2 Millionen Euro finanziert worden. Die Kamerapille soll im nächsten Schritt für den Markt zugelassen werden.
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