16.01.2020

Neuartige Implantate für Arthrose-Patienten

Southampton/Stuttgart – Einen völlig neuen Implantattyp zur Behandlung von Arthrose kleiner Gelenke in der Hand entwickeln sieben Partner im europäischen Projekt Apricot. Die Implantation des neuartigen Materials auf Polymerbasis soll ohne invasive Operation erfolgen.

Verbesserte Knochenregenerationslösungen sind bei Arthrose dringend erforderlich. Denn die derzeit verfügbaren Implantate werden invasiv eingesetzt mit der Folge, dass bei der Operation das Gewebe häufig stark verletzt wird. Die Regeneration des Patienten dauert dadurch länger. Vor allem stellen die herkömmlichen Implantate nicht die ursprüngliche Beweglichkeit des Gelenkes wieder her, was zu Schmerzen und Unannehmlichkeiten im Alltag führen kann.
Das internationale Forschungskonsortium Apricot entwickelt jetzt ein neuartiges, extrem dünnes, selbstschmierendes Implantat, das zwischen den Gelenkflächen platziert wird. Es ist minimalinvasiv, knochenschonend und für Patienten jeden Alters geeignet. Das Stuttgarter Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) übernimmt die Herstellung des Implantats mit innovativem Material. „Apricot stellt den natürlichen Bewegungsumfang der Fingergelenke wieder her und geht über die bisherigen Implantatlösungen hinaus, um den Patienten zu helfen, in ihren normalen Alltag zurückzukehren«, sagt Prof. Martin Browne von der University of Southampton, Großbritannien, Koordinator des Projektes. Apricot könne die Schmerzlast für Millionen von Arthrose-Patienten verringern und die Gesundheitssysteme als Ganzes entlasten.
Das Apricot-Konsortium besteht aus sieben europäischen Partnerinstitutionen aus Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden und Schweden. Neben dem IPA sind aus Deutschland die Technische Universität München sowie das European Research and Project Office (Eurice) beteiligt. Das FET-Open-Projekt aus dem Rahmenprogramm der Europäischen Union Horizont 2020 wird in den nächsten vier Jahren mit 3 Millionen Euro gefördert.
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