24.08.2020

Mobiles EEG soll epileptische Anfälle im Alltag detektieren

Bonn – Ein auf künstlicher Intelligenz basierendes Sensorsystem zur automatisierten Detektion epileptischer Anfälle im Alltag wird derzeit im Projekt MOND am Fraunhofer Institut für Digitale Medientechnologie entwickelt. Ein umfassend dokumentiertes Krankheitsbild soll eine passgenaue Diagnose und Therapie ermöglichen.

Bislang sind Ärzte bei der Einschätzung der Anfallsfrequenz auf Schilderungen von Betroffenen angewiesen, deren Angaben jedoch oftmals unvollständig sind, da Anfälle nicht immer bewusst wahrgenommen werden. „Wir schätzen, dass nur maximal die Hälfte der Anfälle bewusst wahrgenommen wird“, erklärt Prof. Rainer Surges, Direktor der Klinik und Poliklinik für Epileptologie am Universitätsklinikum Bonn.

Ziel des Projektes sei es darum, eine automatische, mobile Dokumentation epileptischer Anfälle außerhalb des Krankenhauses zu ermöglichen. Über Sensoren am Ohr soll ein Elektroenzephalogramm (EEG) erfasst werden. „Gerade durch die EEG-Daten erhoffen wir uns eine klinisch bedeutsame Verbesserung der Detektion epileptischer Anfälle“, sagt Dr. Insa Wolf, Gruppenleiterin Mobile Neurotechnologien am Fraunhofer Institut für Digitale Medientechnologie.

Zwei verschiedene EEG-Systeme – eines im Ohr, sowie ein cEEGrid als flexible Klebeelektrode hinter dem Ohr – sollen miteinander bezüglich Leistungsfähigkeit und Tragekomfort verglichen werden. Der In-Ohr-Sensor erfasst neben dem EEG auch kontinuierlich die Vitalparameter Herzrate, Körpertemperatur und Sauerstoffsättigung.
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