18.09.2019

Mittelohrentzündungen mit Ultraschall besser erkennen

Dresden – Wissenschaftler des Dresdner Fraunhofer-Instituts für Photonische Mikrosysteme (IMPS) haben einen winzigen Ultraschallwandler entwickelt, mit dem Ärzte den Bereich hinter dem Trommelfell in Sekunden analysieren können. So lassen sich Mittelohrentzündungen genau erkennen und gezielt behandeln, informiert das Institut.

Wissenschaftler des IPMS und Mitarbeiter der US-amerikanischen Firma OtoNexus Technologies haben ein Otoskop mit einem integrierten Ultraschallwandler entwickelt. Der Wandler sendet Ultraschallsignale aus und erfasst das Echo, das vom Trommelfell reflektiert wird. Der Arzt stellt damit fest, ob das Mittelohr Luft oder Flüssigkeit enthält, also ob ein Patient eine Mittelohrenzündung hat und in welchem Stadium sie ist. Die Erkrankung könne mit dieser Technik gezielter behandelt werden, betonen die Ärzte. Bisherige Diagnosegeräte seien ungenau.
Der Ultraschallwandler des IPMS besteht aus zwei übereinander angeordneten Elektroden, die einen elektrischen Kondensator bilden. Der Zwischenraum ist luftgefüllt. Eine Elektrode sendet als schwingendes Element Ultraschallwellen. „Das Echo trifft wiederum auf die flexible Membran, deren angeregte Vibration in detektierbare elektrische Signale umgewandelt wird“, erläutert der an der Entwicklung beteiligte Physiker Dr. Sandro Koch vom IPMS. Eine spezielle Software wertet das Signal aus. Der Arzt erkennt anhand der Daten, ob eine Mittelohrentzündung vorliegt.
Der Wandler basiert auf einem Micro-Elektro-Mechanical-System, das auf Siliziumwafern gefertigt wird. Er verbrauche wenig Strom, lasse sich kostengünstig produzieren und könne sehr klein gebaut werden, nennt Koch die Vorteile. So lasse sich das Gerät gut in das Otoskop integrieren. Das Untersuchungsgerät mit integriertem Ultraschallwandler gebe es als Prototyp, die Markteinführung soll nächstes Jahr folgen.
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