18.05.2020

Mit Visitenrobotern auf der Intensivstation

Berlin – Mit Visitenrobotern unterstützt die Berliner Universitätsklinik Charité telemedizinisch andere Krankenhäuser bei der Behandlung von intensivpflichtigen Covid-19-Patienten.

Mit Visitenrobotern auf der IntensivstationDie Charité hat zu Beginn der Corona-Pandemie ein Konzept entwickelt, das die akute intensivmedizinische Versorgung im Epidemiefall sicherstellen soll. Kernpunkte sind die Steuerung der Belegung der Intensivbetten in Berlin sowie die telemedizinische Mitbehandlung von Covid-19-Patienten in Berlin und Brandenburg. Alle 16 sog. Level-2-Kliniken in Berlin, in denen Covid-19-Patienten auf Intensivstationen behandelt werden, wurden inzwischen mit Telemedizin-Equipment ausgestattet. Es finden derzeit bis zu 60 Visiten pro Tag statt, dabei sind 25 Visitenroboter sind im Einsatz.
„Wir stellen die intensivmedizinische Erfahrung der Charité und den evidenzbasierten Wissensstandard breit zur Verfügung und unterstützen die Versorgung intensivpflichtiger Patienten auf anderen Intensivstationen in der Region – dieser kollegiale Austausch ist im Ernstfall bei Beatmungspatienten enorm wichtig“, sagt Prof. Claudia Spies, Direktorin der Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intensivmedizin.
Die sogenannte telemedizinische Intensivstation basiert auf dem Innovationsfondsprojekt ERIC. Zu der Kommunikationsplattform gehört auch der Visitenroboter Vita für die Stationen vor Ort. Per Audio- und Video-Übertragung schalten sich die Charité-Experten zur gemeinsamen Visite dazu. „Die Vita kann mit der Kamera nahe an den Patienten heranfahren. Wir erarbeiten gemeinsam mit dem Behandlungsteam vor Ort Strategien und können im Bedarfsfall beraten und unterstützen“, sagt Dr. Björn Weiß, Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intensivmedizin und Koordinator des ERIC-Projekts. Dazu zählen beispielsweise die Anwendung der Bauchlage, die Einstellung des Beatmungsgerätes oder die Dosierung der Medikamente.
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