17.06.2020

Mit UVC-Leuchtdioden gegen Krankenhauskeime

Berlin – Durch neu entwickelte LED-Strahler sollen Mikroorganismen wie Krankenhauskeime mit ultrakurzwelligem UV-Licht abgetötet werden – ohne Nebenwirkungen. Prototypen werden jetzt getestet.

Mit UVC-Leuchtdioden gegen KrankenhauskeimeDa multiresistente Erreger (MRE) oft nicht mit Antibiotika behandelt werden können, sind alternative Ansätze gefragt. Ein aussichtsreiches physikalisches Wirkprinzip ist die Bestrahlung mit UVC-Licht. Damit lassen sich Mikroorganismen abtöten, ohne dass sich Resistenzen entwickeln können. Im Rahmen ihres „Joint Lab GaN Optoelectronics“ haben deshalb das Ferdinand-Braun-Institut - Leibniz-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH) und die Technische Universität Berlin LEDs im fernen ultravioletten (UV) Spektralbereich entwickelt. Einer Mitteilung zufolge emittieren die LEDs bei Wellenlängen um 230 nm und liefern mehr als ein Milliwatt Ausgangsleistung. Das Licht dringt aufgrund der hohen Absorption nicht in die lebenden Schichten der Haut ein. Es wird daher erwartet, dass die Haut nicht oder nur wenig geschädigt wird. Damit, so die Hoffnung der Forscher, könnten MRE ohne nachhaltige Nebenwirkungen abgetötet werden.

Im Rahmen des VIMRE-Projekts (Verhinderung der Infektion mit multiresistenten Erregern über in-vivo UVC-Bestrahlung) hat das Ferdinand-Braun-Institut einen Strahler mit einem Array aus 118 dieser LEDs hergestellt. Der erste Prototyp wurde an die Klinik für Dermatologie der Charité Berlin für Untersuchungen an Haut geliefert. Ein weiteres Gerät soll demnächst an das Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Universitätsmedizin Greifswald gehen, um die mikrobizide Wirkung zu klären. Interessant könnte den Angaben zufolge das Gerät auch für Coronaviren sein, da Viren ebenfalls durch kurzwelliges UVC-Licht inaktiviert werden. Weil sich SARS-CoV-2 in der ersten Phase im Rachenraum vermehrt, liege es nahe, entsprechende Strahler dort einzusetzen, um einer Covid-19-Erkrankung vorzubeugen.
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