18.11.2019

Mit Fußkamera gegen Rheuma

Braunschweig – Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) und der Medizinproduktehersteller Xiralite haben eine besondere Fußkamera entwickelt. Sie soll die Blutzirkulation innerhalb des Vorderfußes sichtbar machen und Ärzten helfen, rheumatische Erkrankungen schneller zu diagnostizieren. Das teilt die PTB mit.

„Der Prototyp hat seine Funktionstüchtigkeit bereits in umfangreichen Tests an einem Fußmodell bewiesen und soll nun für eine erste klinische Erprobung vorbereitet werden“, berichtet die PTB. Mit dem Verfahren sollen Rheumaherde früher als mit einem Röntgengerät und günstiger als mit einem Kernspintomographen entdeckt werden.
Die Kamera nutze die Fluoreszenz-Bildgebung, erläutert die PTB. Dafür werde dem Patienten das Kontrastmittel Indocyaningrün injiziert. Die Fußkamera mache anschließend den Blutfluss in den oberflächlich verlaufenden Gefäßen der Zehengelenke sichtbar. Mehrere Kameras erfassten dabei die Gefäße an den Fußober- und -unterseiten. Als Lichtquellen für die Fluoreszenzanregung würden LEDs im nahinfraroten Spektralbereich verwendet. „Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten und ist schmerz- und nebenwirkungsfrei“, sagt die PTB.
Darüber hinaus sei es möglich, die Kamera als Diagnosewerkzeug für Diabetes mellitus und das diabetische Fußsyndrom zu nutzen. „Hier kann die frühzeitige Erkennung von Durchblutungsstörungen helfen, den Gesundheitszustand der Patienten zu verbessern“, heißt es von Seiten der Bundesanstalt. Eventuell lasse sich dadurch die Anzahl von Amputationen verringern.
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.
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