24.08.2020

Mini-Endoskop aus dem 3-D-Drucker

Stuttgart – Das kleinste Miniatur-Endoskop aus dem 3-D-Drucker haben Forscher aus Stuttgart und Aidelaide (Australien) entwickelt. Dies ermöglicht erstmals endoskopische Untersuchungen von Cholesterin-Plaques und Thrombosen in Herzkranzgefäßen oder in der Halsschlagader.

Die Mikrooptik, die unter anderem am Institut für Technische Optik der Universität Stuttgart sowie am 4. Physikalischen Institut hergestellt wurde, hat einen Durchmesser von nur 125 Mikrometern und ist direkt auf die Glasfaser gedruckt. Sie ist in der Lage, das Laserlicht zur Seite abzulenken, auf einen Punkt zu fokussieren und gleichzeitig die Laserstrahl-Verzerrung beim Durchgang durch eine kapillar-förmige Kunststoff-Hülle, die zum Schutz des Endoskops angebracht ist, zu korrigieren. Mit dem Laserstrahl tastet laut Mitteilung der Universität Stuttgart der Arzt spiralförmig die Innenwand eines Gefäßes ab und bekomme so 3-dimensionale Bilder – direkt aus dem Inneren der Ader. Bei einer Untersuchung von Gefäßen habe sich gezeigt, dass die wesentlichen Ursachen von Gefäßkrankheiten, nämlich die Plaques sowie die Cholesterin-Kristalle, in den berührungslosen Endoskopieaufnahmen schon sehr früh erfasst werden könnten.

Dr. Simon Thiele, der für das Design der Miniaturoptik verantwortlich ist, glaubt, dass zu den bisher weltweit über 400.000 durchgeführten Endoskopieuntersuchungen mittels Optischer Kohärenztomografie Millionen weitere hinzukommen könnten, da das Miniatur-Endoskop leicht in Adern mit nur 0,5 Millimetern Innendurchmesser eingeführt und gedreht werden kann. „Ich hoffe, dass man Plaque-Ablagerungen in Zukunft rechtzeitig detektieren kann, und vielleicht wird es einmal möglich, mit einem geeigneten Laserstrahl diese Thromben rechtzeitig aufzulösen“, sagt Thiele. Die 3-D-gedruckten Mini-Optiken sollen nun in einer Ausgründung kommerzialisiert werden.
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