24.07.2017

Mehr Transparenz bei Patienten-Aufzahlungen

Berlin – Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) hat in einem Positionspapier zur „Erfassung und Veröffentlichung der Höhe von wirtschaftlichen Aufzahlungen“ in der Hilfsmittel-Versorgung eine Differenzierung der Ergebnisse nach Produktart und Krankenkasse gefordert.

Mehr Transparenz bei Patienten-AufzahlungenAufgrund der Verschiedenheit der Hilfsmittel innerhalb einer Produktgruppe könnten nur durch eine Differenzierung Aussagen über Kosten- und Qualitätsfaktoren getroffen werden, so die BVMed-Experten.
Um eine sinnvolle Einschätzung der wirtschaftlichen Aufzahlungen geben zu können, müsste nach Ansicht des BVMed zudem der prozentuale Anteil der Hilfsmittel-Versorgungen mit Aufzahlung veröffentlicht werden. Die absoluten Zahlen seien alleine nicht aussagekräftig. Der Berichtszeitraum sollte zwölf Monate betragen. Bei zum Verbrauch bestimmten Hilfsmitteln, beispielsweise aufsaugenden Inkontinenzhilfen oder Stoma-Produkten, sollte die durchschnittliche Höhe der jährlichen wirtschaftlichen Aufzahlung auf die Versorgungsmonate heruntergebrochen werden.
Mit der im April 2017 in Kraft getretenen Hilfsmittelreform (Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz – HHVG) soll mit der Hilfsmittel-Abrechnung künftig auch die Höhe privater Aufzahlungen erfasst und übermittelt werden. Der GKV-Spitzenverband ist aufgefordert, diese Zahlen hilfsmittelspezifisch einmal im Jahr zu veröffentlichen, um hiermit Transparenz über die Versorgungs- und Vertragssituationen zu schaffen. Bei der Umsetzung dieser Regelung müsse nach Ansicht des BVMed das primäre Ziel des Gesetzgebers im Fokus stehen: Das Sachleistungsprinzip soll in der Hilfsmittelversorgung gewährleistet und eine qualitative Hilfsmittelversorgung gefördert werden.
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