24.10.2019

Medtech-Branche: Stimmung wird schlechter

Berlin – Der Glaube an ein Wachstum sinkt. Die Betriebe befürchten einen Fachkräftemangel. Und die Anforderungen durch die EU-Medizinprodukte-Richtlinie (MDR) sehen die Unternehmen als große Belastung. Die Medtech-Branche blickt mit Sorge in die Zukunft. Das geht aus der Herbstumfrage des Bundesverbands Medizintechnologie (BVMed) unter rund 100 Firmen hervor.

„Die Stimmung hat sich deutlich eingetrübt“, bilanziert BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Zwar gehen noch 70 Prozent der befragten Unternehmen von einem Wachstum aus, im Vorjahr waren es allerdings noch 78 Prozent. Mittlerweile glauben sogar 13 Prozent an einen Umsatzrückgang (2018: sechs Prozent).
Als große Wachstumsbremse wird die EU-MDR angesehen. Acht von zehn Unternehmen halten die durch die Richtlinie entstehenden Anforderungen für ein Entwicklungs-Hemmnis. Außerdem rechnet die Branche wegen der MDR mit längeren Bewertungsverfahren, steigenden Preisen und durch den erwartbaren Mangel an Benannten Stellen mit Ressourcendefiziten. Außerdem verzehnfache sich der bürokratische Aufwand, sagt Möll. Das wiederum bedeute, dass die Unternehmen mehr Personal einstellen müssen. 83 Prozent der Betriebe berichten von offenen Stellen. Und hier bahnt sich ein weiteres Problem an. „Noch können wir die Stellen besetzen“, sagt der BVMed-Geschäftsführer, doch in etwa vier Jahren drohe ein Fachkräftemangel. „Der Markt ist leergefegt." Besonders schwer sei es bereits jetzt, geeignetes Personal im Vertrieb sowie im Qualitätsmanagement/Sicherheit zu finden.
Der Innovationsklimaindex sackt auf den bisher niedrigsten Stand. Er liegt derzeit bei 4,2 (2018: 4,7). 0 bedeutet „sehr schlecht“, 10 „sehr gut“.
Trotz der verhältnismäßig schlechten Stimmung wollen fast ein Drittel der Firmen mehr in deutsche Standorte investieren. Als stabilisierenden Faktor bezeichnet Möll die Exportwirtschaft. Die Firmen rechnen mit einem Umsatzwachstum von 5,8 Prozent.
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