19.02.2018

Medizintechniker entwickeln CT für Kinder

Magdeburg – Den ersten individuell konfigurierbaren, schnittstellenoffenen und dosissparenden Computertomografen (CT) zu entwickeln, kurz KIDS-CT genannt, ist das Ziel von Medizintechnikern der Otto-von Guericke-Universität Magdeburg. Vor allem Kinder, die meist unruhig im CT liegen, sollen durch die Anwendung besser untersucht werden können.

„Wir wollen nun ein System entwickeln, das durch die Möglichkeit, es mit individuellen sowohl Software- als auch Hardware-Applikationen auszustatten, unterschiedlichen Anwendungen Rechnung trägt“, sagt Prof. Georg Rose vom Lehrstuhl Medizinische Telematik und Medizintechnik. Bestimmte Bereiche des Körpers könnten somit besser und mit einer geringeren Strahlenbelastung dargestellt werden.
Ein Schwerpunkt liege auf der Untersuchung von Kindern, berichtet Rose. „Eine Kamera beobachtet das im CT unruhig liegende Kind und gibt die Information an das CT weiter, so dass die Bildstörungen aufgrund der Bewegung korrigiert werden können.“
An der Entwicklung dieses neuartigen CT sind Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen beteiligt. Sie kommen aus den Fakultäten Elektrotechnik und Informationstechnik, Maschinenbau und Medizin der Universität Magdeburg. So bestimmt das Team um den Juniorprofessor und Maschinenbauer Elmar Woschke mittels einer Simulationssoftware im Vorfeld die kritischen Schwingungen, die minimiert werden müssen, um präzise Bilder zu erhalten.

Der Forschungscampus STIMULATE, wo das neue Projekt KIDS-CT angesiedelt ist, ist eine öffentlich-private Partnerschaft zwischen der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und mehr als 25 Partnern, die vorwiegend aus dem Bereich der Medizintechnik kommen. Es handelt sich dabei mehrheitlich um mittelständische Firmen, Forschungsinstitute sowie überregionale Unternehmen. Das Projekt wird in den kommenden drei Jahren vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit insgesamt 4,5 Millionen Euro unterstützt. Bis Ende 2020 soll ein Prototyp entstehen.
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