18.11.2019

Medizinprodukte: SPD-Politikerin für schnellere Zulassungen

Berlin – Die Medizintechnik-Branche braucht sich nicht zu verstecken. Sie produziert viele gute Artikel zum gesamtgesellschaftlichen Nutzen. Das meint Gabriele Katzmarek, Berichterstatterin der SPD-Bundestagsfraktion für die industrielle Gesundheitswirtschaft, beim Gesprächskreis Gesundheit des Bundesverbands Medizintechnologie (BVMed).

„Wir müssen endlich akzeptieren, dass es in Deutschland mehr als Raumfahrt, Autoindustrie und Batterieentwicklung gibt“, mahnt die Sozialdemokratin. Die MedTech-Branche sei ein maßgeblicher Faktor im gesamten Gesundheits- und Wirtschaftssystem. Das müsse auch entsprechend gewürdigt und gefördert werden. Die industrielle Gesundheitswirtschaft sei ein wichtiges Zukunftsfeld, denn „dort spielt die Musik“ – Wirtschafts- und Gesundheitspolitik gehörten ohnehin zusammen. Katzmarek spricht sich für mehr steuerliche Forschungsförderung der Gesundheitsbranche aus und plädiert für einen besseren Austausch zwischen dem Wirtschafts- und Gesundheitsministerium. Apropos: Diese beiden Häuser sollten sich mit dem Forschungsministerium zusammentun und einen gemeinsamen MedTech-Campus initiieren.

In der Digitalisierung des Gesundheitswesens sieht Katzmarek die Chance, das System insgesamt zu verbessern und Kostenentlastungen zu erreichen. Hier gelte das Prinzip „Forschen und Fördern“. Dazu müsse die Digitalisierung in Kliniken, Apotheken, Unternehmen und in jeder Arztpraxis vorangebracht werden – „von der Diagnostik über die Anwendung bis hin zur Verwaltung.“
BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll wünscht sich eine Beschleunigung der Zulassungsverfahren für Medizinprodukte sowie auch der Nutzenbewertungsverfahren beim G-BA. Zulassungszeiten von fünf Jahren könnten nicht mehr funktionieren. Katzmarek spricht sich in diesem Zusammenhang für Zuverlässigkeit und Schnelligkeit aus. Es bräuchte Bürokratieabbau, mehr Personal, steuerliche Forschungsförderung und auch Musterprojekte, die zeigen, „wie es schneller geht“.
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