18.11.2020

Lasereingriff soll Epilepsie-Patienten schonen

Frankfurt am Main – Das Epilepsiezentrum Frankfurt Rhein-Main des Universitätsklinikums Frankfurt setzt bei der Epilepsie-Behandlung auf eine neue Lasertechnologie aus den USA. Noch 2020 soll sie erstmals Anwendung finden.

Lasereingriff soll Epilepsie-Patienten schonenBringt die medikamentöse Therapie eines Epilepsie-Patienten nicht den gewünschten Erfolg, kann möglicherweise ein neurochirurgischer Eingriff helfen. Zumindest wenn sich die Region, die die epileptischen Anfälle auslöst, eindeutig lokalisieren lässt. Im Epilepsiezentrum Frankfurt Rhein-Main vertrauen Ärzte bei dieser Art der Behandlung auf eine neue Laserablationstechnologie, die es ermöglicht, über ein millimeterkleines Loch im Schädel zu operieren. Mithilfe bildgesteuerter und computerassistierter Zielführung wird ein Laserkatheter dabei zu dem betroffenen Gehirnareal geführt. Dieser zerstört das epileptisch aktive Gewebe schließlich mithilfe von Wärmeenergie. „Die minimal-invasive Laserablationstechnologie bietet uns die Möglichkeit, Epilepsiepatientinnen und -patienten noch schonender zu behandeln“, sagt Prof. Felix Rosenow, der das Epilepsiezentrum leitet. Stationäre Aufenthalte und Regenerationszeit der Patienten ließen sich mit der neuen Methode zudem deutlich verkürzen, teilt das Uniklinikum Frankfurt mit.
In Deutschland ist die in den USA entwickelte Technologie demnach vollkommen neu. „Wir sind das erste Klinikum in Deutschland, das diese innovative Therapie in Kooperation mit einer gesetzlichen Krankenversicherung anbietet“, sagt Prof. Jürgen Graf, Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Frankfurt. Zu diesem Zweck hat das Klinikum eigens einen Vertrag mit dem Medizintechnikanbieter Medtronic und der Bundesinnungskrankenkasse Gesundheit abgeschlossen.
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