18.08.2015

Kunstherz statt Transplantation?

Darmstadt (pag) – Die Zahl der Kunstherz-Transplantationen nimmt stetig zu. Kunstherzen könnten langfristig Herztransplantationen ersetzen, so die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung (DGKN).

Um Komplikationen vorzubeugen und akut zu behandeln, sollten Kunstherz-Patienten jedoch immer auch von einem Neurologen nachbetreut werden, verlangt die DGKN. Etwa jeder zehnte Kunstherz-Patient erleide einen Schlaganfall. „Um diese Zahl zu senken, sollten Neurologen in die Nachbehandlung der Patienten frühzeitig einbezogen werden“, sagt Prof. Mario Siebler, Chefarzt der Fachklinik für Neurologie an der MediClin Fachklinik Rhein/Ruhr in Essen. Insbesondere der Hirn-Ultraschall sei ein wichtiges Instrument, um Risiken rechtzeitig zu erkennen.
Kunstherzen hatten der Fachgesellschaft zufolge ursprünglich nur die Funktion, die Zeit bis zu einer Transplantation zu überbrücken. Allerdings reichen die zur Verfügung stehenden Spenderorgane bei weitem nicht aus. Zudem bietet der Markt inzwischen immer kleinere und robuste Herzunterstützungssysteme an. Daher nimmt ihre Bedeutung als dauerhafte Lösung zu: Gab es 1996 insgesamt gut 1.500 Menschen mit einem Kunstherz, sind es jetzt pro Jahr knapp 1.000 neue Patienten. Besonders häufig eingesetzt werden linksventrikuläre Unterstützungssysteme; sie pumpen das Blut von der linken Herzkammer in die Aorta. Ein solches System besteht im Wesentlichen aus einer implantierten Pumpe sowie einer Steuereinheit und einem Akku.
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