17.03.2016

Künstliche Gelenke sind keine Altersfrage

Freiburg – Mit der steigenden Lebenserwartung leiden immer mehr Menschen unter altersbedingtem Gelenkverschleiß. Besonders Menschen ab einem Alter von 80 Jahren schrecken trotz massiver und dauerhafter Schmerzen häufig davor zurück, sich ein künstliches Gelenk implantieren zu lassen. Die Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik (AE) rät dazu, einen Experten zu Rate zu ziehen.

Künstliche Gelenke sind keine Altersfrage„Ob Knie, Hüfte oder Schulter – ein neues Gelenk stellt die Weichen für ein Leben ohne Gelenkschmerzen“, erklärt Prof. Dr. Karl-Dieter Heller, Chefarzt an der Orthopädischen Klinik Braunschweig. Gerade für ältere Menschen sei es wichtig, aktiv zu bleiben, um die Beweglichkeit zu erhalten und dem natürlichen Muskelabbau entgegenzuwirken, so der Generalsekretär der AE. So könnten beispielsweise die im Alter häufig auftretenden Stürze verhindert werden. „Wenn Bewegung Schmerz verursacht, bewegt man sich weniger. Das hat zur Folge, dass die Muskulatur weiter abbaut und der Alterungsprozess beschleunigt wird“, sagt Heller.
Studienergebnisse zeigen, dass Menschen, die im Alter aktiv sind, beispielsweise um 50 Prozent seltener an Demenz erkranken als Menschen, die sich nicht bewegen. „Auch im hohen Alter sollten Menschen Einschränkungen in der Beweglichkeit nicht hinnehmen, sondern sich behandeln lassen“, betont Heller. Vor der Entscheidung für ein künstliches Gelenk bedarf es jedoch einer expliziten Einschätzung durch einen Experten, denn nicht für jeden Patienten ist die Prothesenimplantation die passende Therapieform.
„Entscheidend für den Erfolg der Prothesenimplantation ist in erster Linie nicht das Alter, sondern, dass der Patient bei guter Gesundheit ist und keine Faktoren gegen eine Operation und die damit verbundene Narkose sprechen“, sagt AE-Präsident Prof. Dr. Carsten Perka, der das Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der Charité-Universitätsmedizin Berlin leitet. „Die Erfahrung zeigt, dass die Gelenk-OPs auch bei Menschen im hohen Alter sehr erfolgreich verlaufen – gerade weil wir im Vorfeld darauf achten, dass der Patient fit genug für eine Operation ist“, so der Experte. Mit einer gelenkersetzenden Operation lasse sich eine stabile und schmerzfreie Gelenkfunktion wiederherstellen, auf die gerade Menschen im hohen Alter angewiesen seien.
Besuchen Sie uns auf Facebook Besuchen Sie uns auf Twitter