20.02.2014

Krebsmedizin: Erstes ambulantes Zyklotron im Einsatz

Berlin – Das deutschlandweit erste ambulante Zyklotron wurde in Berlin eingeweiht. Fortan können Spürsubstanzen für eine hochpräzise PET/CT-Krebsdiagnostik – eine Kombination aus Positronen-Emissions-Tomographie und Computertomographie – direkt vor Ort hergestellt und ohne Zeit- und Qualitätsverlust beim Patienten angewendet werden, heißt es vom Diagnostisch Therapeutischen Zentrum (DTZ Berlin).

Krebsmedizin: Erstes ambulantes Zyklotron im EinsatzDer neue Teilchenbeschleuniger MINItrace 700 ermöglicht die Herstellung radioaktiv markierter Spürsubstanzen – so genannter Tracer. Diese werden benötigt, um sogar kleinste Tumorzellen von nur 2 mm Größe präzise lokalisieren zu können. Je nach Krebsart wird im DTZ mit dem angeschlossenen Radiochemielabor genau der Tracer produziert, der für die exakte Diagnose der Krankheit erforderlich ist. Dazu gehören auch Spezialtracer, z.B. zur Darstellung von Hirntumoren oder Prostatakrebs, die dem Patienten im niedergelassenen Bereich ausschließlich im DTZ zur Verfügung stehen.
Durch die Direktanbindung der Tracerproduktion an die moderne Krebsdiagnostik mit PET/CT und PET/MR und die Hochpräzisions-Strahlentherapie könnten unabhängig von der aktuellen Versorgungssituation Tumoren sowie etwaige Absiedlungen frühzeitig sichtbar gemacht und unmittelbar vor Ort behandelt werden, heißt es. Eine solche Rundumversorgung auf dem Niveau fortschrittlichster universitärer Medizin spare unnötige Wege und kostbare Zeit. Die Rahmenbedingungen in einem ambulanten Versorgungszentrum seien jedoch ganz andere. Prof. Wolfgang Mohnike, Ärztlicher Leiter des DTZ Berlin, sieht den Vorteil einer solchen Konglomeration hochspezialisierter Krebsmedizintechnik im niedergelassenen Bereich zum einen in der Kostenersparnis für das Gesundheitssystem, zum anderen jedoch vor allem in der Patientennähe.
„Trotz aller Innovation steht der Patient bei uns stets im Mittelpunkt“, so Mohnike. „Er hat kurze Wege, nur einen Ansprechpartner sowie Ärzte, die ihn von der Diagnose bis zum Abschluss der Therapie begleiten.“

Erstattungsstatus

In Deutschland ist die PET/CT-Untersuchung im niedergelassenen Bereich für die Indikationen Lungen- und Lymphdrüsenkrebs eine gesetzliche Kassenleistung. Darüber hinaus kann die CT auf Überweisungsschein abgerechnet werden, hinsichtlich der PET bezahlen die TK, DAK, SBK, BMW BKK, AOK Nordost und AOK Bayern die Untersuchung auch für Brustkrebs (Ausnahme AOK Nordost), Darmkrebs und Prostatakrebs (ausschließlich TK und SBK) im Diagnostisch Therapeutischen Zentrum. Ebenso erklären sich viele Kassen im Einzelfall bereit, die Kosten für eine notwendige PET bei diesen und weiteren Tumorarten zu übernehmen, teilt das DTZ mit.
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